Bewirtschaftung des Landeswaldes

Waldwirtschaft auf ökologischer Grundlage

Die Bewirtschaftung des Landeswaldes ist im besonderen Maße dem Allgemeinwohl verpflichtet.

Eine der großen Schwerpunkte dieser Arbeit ist der Waldumbau. Waldumbau bedeutet, dass reine Nadelbaumbestände durch das Pflanzen oder die Unterstützung der natürlichen Verjüngung von Laubbäumen in Mischbestände oder reine Laubbestände umgewandelt werden. Dadurch wird der Wald artenreicher, naturnäher und stabiler gegenüber Schadeinflüssen. Allein in den letzten 17 Jahren wurden im Landeswald rund 35.000 Hektar Nadelbaumreinbestände auf diese Weise Hektar umgebaut. Relativ betrachtet bedeutet das, dass der Anteil der Kiefernreinbestände im Landeswald von 1993 bis heute von einem Anteil von 64 Prozent auf einen Anteil von 50 Prozent sank.

Auch die Waldpflege nimmt einen großen Anteil bei der Bewirtschaftung des Landeswaldes ein. Waldpflege bedeutet, dass durch die Ernte von qualitativ schlechteren Bäumen den besseren Bäumen die Möglichkeit gegeben wird, sich immer besser zu entwickeln. Dadurch steigt die Qualität des Holzes im Wald und der Wald wird immer wertvoller. Derzeit werden etwa 90 Prozent der Bestände des Landeswaldes als "mit der Pflege auf dem Laufenden" eingeschätzt.

Waldpflege bedeutet auch Holzproduktion. So wird einer der ökologischsten Rohstoffe der Welt bereitgestellt. Durch die Nutzung des Rohstoffs Holz wird der Verbrauch von fossilen Rohstoffen wie Erdöl, Erdgas und Kohle vermindert. Und hier macht Wald im wahrsten Sinne des Wortes Arbeit. Denn nicht nur die Bewirtschaftung des Waldes schafft Arbeitsplätze. Auch der Transport, die Weiterverarbeitung und die Veredelung des Holzes sichern Arbeit. Allein in der Region Berlin-Brandenburg sind etwa 15.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt vom Holz als Rohstoff abhängig.

PEFC-zertifizierter Landeswald

Um das hohe Niveau der Landeswaldbewirtschaftung zu sichern, ist der gesamte Landeswald Brandenburgs zertifiziert. Das heißt, die Bewirtschaftung des Landeswald ist den strengen Grundsätzen des paneuropäischen Zertifikats PEFC und auf rund 10.000 Hektar zusätzlich denen des FSC unterworfen und wird von diesen Organisationen laufend unabhängig geprüft. Diese Standards umfassen nicht nur Regeln zur direkten Wirtschaftstätigkeit wie dem Verbot von Kahlschlägen und dem Einsatz von Pflanzenschutz- bzw. Düngemitteln. Auch der Einsatz von qualifizierten Unternehmern, die ausreichende Ausstattung des Waldes mit Biotopholz und Regelungen zur Reinhaltung des Grundwassers sind hier festgeschrieben.

Methusalem-Projekt

Dass auch das bewusste Nichtstun zur Maxime der Bewirtschaftung des Landeswaldes gehören kann, zeigt das „Methusalemprojekt“ des Landesbetriebes Brandenburg. In Nadelbaumbeständen die älter als 80 Jahre und in Laubbaumbeständen die älter als 100 Jahre sind, werden je Hektar fünf Bäume ausgewiesen, die niemals genutzt werden. Das heißt, diese Bäume werden den gesamten Prozess der natürlichen Entwicklung bis hin zum totalen Zerfall im Wald vollziehen. Auf diese Weise soll ein ausreichend hoher Anteil von für bestimmte Tier- und Pflanzenarten zwingend notwendigem Totholz im Wald geschaffen werden. 100.000 dieser Methusalembäume gibt es im Landeswald Brandenburgs schon.

Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete
Förderung forstlicher Vorhaben im Landeswald

EU-Logo ELEREine am 01.04.17 für den Landeswald in Kraft getretene Verwaltungsvorschrift unterstützt die Finanzierung bestimmter forstlicher Vorhaben zwecks der Erhaltung der Kulturlandschaft und der Wälder, der damit zusammenhängenden biologischen Vielfalt sowie der nachhaltigen Bewirtschaftung bewaldeter Flächen.
Bewirtschaftung und Verjüngung des Landeswaldes zielen mit der Umstellung auf naturnahe Waldwirtschaft u. a. auf eine größere Stabilität und Standortgerechtigkeit unter Berücksichtigung der ökologischen und ökonomischen Leistungsfähigkeit sowie des Klimawandels. Ein Teil der dazu dienenden Maßnahmen wird vom Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes kofinanziert. Gleiches gilt für Waldschäden vorbeugende Maßnahmen, insbesondere zur Verringerung der Waldbrandgefährdung, zur Verbesserung der Voraussetzungen für die Waldbrandbekämpfung sowie zur Überwachung von Forstschädlingen.

www.eler.brandenburg.de

https://ec.europa.eu/agriculture/index_de

Weiterführende Beiträge:

  • Nachhaltigkeit für Brandenburgs Wälder

    Die Region Brandenburg erhielt seit 2001 zum dritten Mal das Zertifikat nach den strengen Standards des PEFC-Zertifizierungssystems. Mit der Übergabe des Dokuments wurde den Waldbesitzern erneut eine vorbildliche und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder bescheinigt.

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Kontakt

Fachbereichsleiter Waldbau/Ökologie
Dr. Gernod Bilke

Telefon: 0331 97929321
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