Waldfunktionen - Wirkungen des Waldes

Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktionen

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Mit zirka 1,1 Millionen Hektar Wald gehört das Land Brandenburg zu den waldreichsten Bundesländern Deutschlands. Der Wald ist wegen seiner Bedeutung für die Umwelt, als Lebens- und Bildungsraum, als Ort der Erholung sowie seiner Bedeutung als nachwachsende Rohstoff- und Einkommensquelle zu erhalten und durch funktionengerechte Bewirtschaftungsmaßnahmen nachhaltig zu sichern.

Waldfunktionen stellen die Wirkungen des Waldes dar, die der Allgemeinheit zur Daseinsvorsorge dienen. Diese Wirkungen werden mit dem Instrument der Waldfunktionenkartierung erfasst und kartenmäßig dargestellt.
Es wird zwischen den Gruppen Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktionen unterschieden. In Brandenburg sind aktuell 41 Einzelfunktionen ausgewiesen. Ihre kartenmäßige Darstellung erfolgt digital und steht im Geoportal des Landesbetriebes Forst Brandenburg landesweit zur Verfügung.

Waldfunktionenkartierung
Die Waldfunktionenkartierung erfolgt durch die untere Forstbehörde eigentumsübergreifend. Zunehmende Änderungen der Ansprüche der Gesellschaft an den Wald und neue Erkenntnisse über die Bedeutung des Waldes führen dazu, dass die Waldfunktionenkartierung in Abständen überarbeitet wird. Das gilt insbesondere für die Bereiche Natur- und Landschaftsschutz (NATURA 2000), Wasserschutz, Klimaschutz und Erholung.

Der bundesweite „Leitfaden zur Waldfunktionenkartierung“ aus dem Jahre 2015 hat das Ziel, die Erfassung der Waldfunktionen bundesweit nach relativ einheitlichen, vergleichbaren Kriterien durchzuführen und eine weitgehend übereinstimmende Kartendarstellung für länderübergreifende Planungsarbeiten und Projekte zu erreichen. Die Empfehlungen des Leitfadens wurden in der Kartieranleitung für Brandenburg berücksichtigt.
Die WFK ist eine Stichtagserfassung der Waldfunktionen (Inventur), die keine Planungsaussagen enthält. Die Erfassung wird in periodischen Abständen überprüft und fortgeschrieben. Änderungen werden einmal jährlich aktualisiert.

Jede Waldfläche dient dem Schutz, der Nutzung und Erholung in unterschiedlichem Maße. Im Rahmen der Waldfunktionenkartierung werden nur Waldflächen mit einer besonderen Bedeutung für Schutz und Erholung erfasst. Grundlage für die Erfassung und Darstellung der Waldfunktionen im Land Brandenburg ist ein Erlass des Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft vom 10. September 2012 (ABl. S. 1383), der unter anderem eine behördenverbindliche „Anleitung zur Kartierung der Waldfunktionen in Brandenburg“ (Kartieranleitung) vorsieht. Die Kartieranleitung enthält u. a. die Liste der in Brandenburg zu erhebenden Waldfunktionen, deren jeweilige Definition, die Beschreibung der Erfassungskriterien, kartentechnische Hinweise sowie Behandlungsempfehlungen zur Sicherung der Waldfunktionen.

Die Waldfunktionenkartierung ist eine wichtige Entscheidungshilfe. Sie dient der Beurteilung Wald betreffender Planungen und Maßnahmen und versetzt die Träger öffentlicher Belange sowie die Waldbesitzer in die Lage, den Anforderungen des Waldgesetzes im Rahmen der Waldbewirtschaftung Rechnung zu tragen. Mit Hilfe der Waldfunktionenkartierung können die Bedeutung des Waldes flächenbezogen dokumentiert und die vielfältigen Wirkungen des Waldes öffentlichkeitswirksam dargestellt werden.

Waldfunktionen


Schützen, erholen, nutzen
Es werden drei Gruppen von Waldfunktionen unterschieden, die einzeln oder multifunktional auf gleicher Fläche auftreten können.

Schutzfunktionen
Schutzfunktionen des Waldes definieren, welche schützende und erhaltende Wirkung der Wald an einer bestimmten Stelle hat (Wasser- und Bodenschutz, Denkmalschutz, Waldbrandschutz, Klima- und Immissionsschutz, Sichtschutz) oder weshalb der Wald selbst Gegenstand des Schutzes ist (Natur- und Landschaftsschutzwald, Wald für Forschung, Saatgutgewinnung und die Erhaltung der Genressourcen, kleine Waldflächen in waldarmen Gebieten).

Die Bewirtschaftung des Schutzwaldes unterliegt mehr oder weniger strengen Einschränkungen, die sich aus dem Schutzzweck und den damit verbundenen Behandlungserfordernissen ergeben. In Brandenburg haben derzeit 69 Prozent der Waldfläche mindestens eine Schutzfunktion.

Erholungsfunktion
Wald mit Erholungsfunktion ist dort anzutreffen, wo insbesondere seine sozialen Wirkungen im Vordergrund stehen. Je nach Intensität werden Wälder in und an Intensiverholungsgebieten, an Ausflugszielen sowie in sonstigen, durch Besucher stärker frequentierten Waldgebieten ausgewiesen. Die Bewirtschaftung dieser Wälder soll entsprechend den Anforderungen erfolgen. 14 Prozent der Waldfläche in Brandenburg sind Erholungswälder.

Nutzfunktion
Wald mit Nutzfunktion kann uneingeschränkt forstlich bewirtschaftet werden, solange er nicht Schutz- und Erholungsfunktionen auf der gleichen Fläche zu erfüllen hat. Der Grad der damit verbundenen Einschränkung der Bewirtschaftung ergibt sich aus der (möglichen) gleichzeitigen Inanspruchnahme als Schutz- und/oder Erholungsfunktion.

In Brandenburg können derzeit 98 Prozent aller Waldgebiete bewirtschaftet werden, wobei für den überwiegenden Teil der Waldflächen die Maßgaben der Schutz- und/oder Erholungsfunktion zu berücksichtigen sind.

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