Auswertung des Testbetriebsnetzes des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (TBN des BMEL) für 2016

Oberförsterei Hammer

Für die Auswertung der Ergebnisse des TBN des BMEL für den Kommunal-, Privat- und Landeswald Brandenburgs für das Forstwirtschaftsjahr 2016 konnten am 2.3.2018 als Veranstaltungsort die Räumlichkeiten der Landeswald-Oberförsterei Hammer genutzt werden. Von den insgesamt 24 teilnehmenden Forstbetrieben des Kommunal- und Privatwaldes mit einer Gesamtwaldfläche von 22.364 Hektar waren 10 Betriebe vertreten.

Herr Dr. Björn Seintsch vom Thünen-Institut für Internationale Waldwirtschaft und Forstökonomie stellte in seinem Einführungsvortrag die Belastungen der deutschen Forstwirtschaft aus der Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes auf Grundlage einer Studie seiner Einrichtung dar. Sehr detailliert wurde von ihm herausgearbeitet, dass

  • sich als Gesamtbelastung aus der Schutz- und Erholungsfunktion durch aktuelle Mehraufwendungen und kalkulatorische Mindererträge und damit verbundene Mehraufwendungen für 2011 45 €/ha für den Privatwald- und 52 €/ha für die Körperschaftswaldbetriebe im Bundesdurchschnitt errechnen lassen.
  • dies bezogen auf den Reinertrag II des Privatwaldes von 188 €/ha und des Körperschaftswaldes von 124 €/ha im Jahr 2011 erhebliche Belastungen sind.
  • Mit 70 % im Privatwald und 65 % im Körperschaftswald Schutzleistungen als Hauptursache für kalkulatorische Mindererträge durch die Forstbetriebe eingeschätzt werden.
  • Schutz- und Erholungsleistungen vor allem durch gezielte Unterlassungen in der Rohholzerzeugung erbracht werden.
  • Verpflichtungsgrundlage für die Erbringung von Schutzleistungen überwiegend auf gesetzlicher Basis (in Vorläuferstudien überwiegend freiwillig) erfolgen.

In der sehr regen Diskussion ging es vor allem darum, wie Forstbetriebe und im Besonderen die teilnehmenden Betriebe am TBN ihre (Mehr) Aufwände aus den Schutz- und Erholungsleistungen echt erfassen und dann produktgerecht nachweisen und zu anderem, wie Mindererträge durch z. B. Einschränkungen und Unterlassungen im Wirtschaftsbetrieb annähernd genau finanziell bestimmt und betriebswirtschaftlich abgebildet werden. Als ein großer Mangel wurden die fehlenden bzw. praxistuntauglichen Fördermittelinstrumente benannt um z. B. auf großer Fläche in Brandenburg konkret nachgefragte Schutzleistungen wie die Ausweisung von Biotopbäumen, Flächenstilllegungen oder Nutzungsreduzierungen finanziell zu fördern und auszugleichen. Zum Abschluss nutzte Herr Dr. Seintsch die Möglichkeit und stellte die breite Datenverwendung und darauf aufbauende Forschungsarbeiten auf Basis des Testbetriebsnetzes Forst des BMEL vor.

Durch Herrn Andre Jander vom LFE wurden anschließend die Ergebnisse des Testbetriebsnetzes 2016 für die brandenburgischen Teilnehmer und die Gesamtschau im Bundesvergleich vorgestellt. Nach den bisher höchsten Reinerträgen für die Produktbereiche I-II im Jahr 2015, seit Beginn der Teilnahme am TBN-Forst, fielen die Reinerträge in 2016.

Die Entwicklung der Reinerträge I im PB 1 bis 3 für 2016 stellen sich wie folgt dar
Privatwald 76 €/ha HB 2015: 103 €/ha HB
Kommunalwald 80 €/ha HB 2015: 91 €/ha HB
Landeswald -1 €/ha HB 2015: 38 €/ha HB

Durch den Leiter der Landeswaldoberförsterei Hammer Herrn Tim Ness wurden die umfangreichen Aufgaben und die Ergebnisse bei der forstlichen und jagdlichen Bewirtschaftung der Landeswaldflächen vorgestellt. Auf überwiegend armen und ziemlich armen Standorten spielt in der Landeswaldoberförsterei die Kiefer die absolut dominierende Rolle in der Bewirtschaftung und angestrebten natürlichen Verjüngung. Neben den „Pflichtaufgaben“ werden aber auch andere Angebote durch die Oberförsterei realisiert. Bekannt ist das Waldkino, die Lesefährten Waldweisen und die Mitarbeit beim Kinderwald. Neben dem Weihnachtsbaumverkauf und einem jährlichen Waldfest kann man am Standort Hammer Wildwurst und Wildfleisch erwerben. Die abschließende Waldexkursion beinhaltete Fragen der Kieferverjüngung auf ärmsten Standorten mit Einschränkungen durch die Kampfmittelbelastungen auf großer Fläche.

Auswertung TBN ExkursionTeilnehmer auf der Waldexkursion © LFB

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Tel: 03341 3022513
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Tel: 03334 2759202
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