Infos zu Fördermöglichkeiten für Waldbesitzer, die durch höhere Ereignisse wie Sturm, Waldbrand oder Insektenschäden betroffen sind

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Höhere Ereignisse wie Sturm, Waldbrand oder Insektenschaden können Waldbestände gravierend in Mitleidenschaft ziehen. Der „geschädigte Bestand“ ist dann Fördergegenstand. Das Alter oder die Baumart des Bestandes spielt dann keine Rolle. Waldbauliches Handeln leitet sich vom Ausmaß des Schadens ab. Dies ist in der Regel bei kleinflächigem oder vollflächigem Wurf/Bruch oder bei Absterben des Bestandes durch Kahlfraß oder Waldbrand  zu bejahen. Abgänge einzelner Bäume ohne nennenswerten Einfluss auf den Bestockungszustand bilden keinen Fördergegenstand.

Die Einzelfallabschätzung des Ausmaßes obliegt dem Team der zuständigen Oberförsterei, das auch zur weiteren Behandlung des Waldes im Rahmen von Rat und Anleitung kostenlos berät. Dies können auch die gelisteten forstlichen Berater, die wiederum ihre Beratungsleistung gefördert bekommen können.

Gerade bei Insektenfraß ist es nicht immer möglich, den Schaden sofort oder zeitnah zu bewerten, da Bäume sich durchaus regenerieren können.  In der Regel ist dann der Austrieb in der nächsten Vegetationsperiode  abzuwarten, um daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Die wichtigste Richtlinie für geschädigte Bestände ist die EU-MLUL Forst RL. Der Zuschuss wird als Festbetrag zu der jeweiligen Leistung gewährt und im Erstattungsprinzip ausgezahlt. Gefördert werden Naturverjüngungsvorhaben sowie teil- oder vollflächige Saat und Pflanzung von Laubholz nach Maßgabe des Standorts.

Die „Verwendung von Mitteln der Walderhaltungsabgabe (WEA)“ kann in Anspruch genommen werden, soweit das Wiederaufforstungsvorhaben nicht durch die EU-MLUL Forst RL gedeckt werden kann. Dies ist mit Bezug zum „geschädigten Bestand“ regelmäßig nur dann der Fall, soweit der Standort des betroffenen Bestandes einen Kieferntyp bestimmt und die Etablierung der Kiefer über Naturverjüngung fachlich nicht zu erwarten ist.

Die Verwaltungsvorschrift zur Gewährung von Zuschüssen zu den Verjüngungskosten bei Waldbrandschäden (VV §21 LWaldG) stellt ein Mindestmaß an Handlungsoption für den speziellen Fall des  Waldbrandschaden dar. Sie findet grundsätzlich nur Anwendung, wenn die vorgenannten Richtlinien nicht angewandt werden können. Das kann insbesondere für betroffene Kleinstflächen zutreffen, deren Kostenumfang des Vorhabens die Bagatellgrenze o.g. Richtlinien von 2500 Euro nicht erreicht.

Die Vorhaben der Wiederaufforstung beinhalten in der Regel die Arbeitsschritte: Bodenbearbeitung, Kulturvorbereitung oder Abräumen von nicht verwertbarem Material,  Zaunbau, das Pflanzmaterial und die Pflanzung. Die Wahl der geeigneten Baumarten hängt maßgeblich vom Standort (Bodengüte, Klima) ab. Leitlinie hierfür ist der Erlass  „Bestandeszieltypen für die Wälder des Landes Brandenburg". Förderfähig ist ferner die Kulturpflege im Nachgang sowie ggf. nötige Nachbesserungen.

Die Richtlinien und entsprechenden Anträge sind unter diesen Überschriften auf dieser Internetseite  zu finden. Eine Förderung kann nur auf Antrag und nur für ein förderfähiges Vorhaben erfolgen.

Beachten Sie bitte, dass Vorhaben nur mit vorheriger Zustimmung der BWB Forst begonnen werden dürfen, andernfalls verwirkt dies mindestens für den begonnenen Teil die Förderfähigkeit.

Es gibt keine Förderung für die Aufarbeitung des gefallenen bzw. abgestorbenen Holzes. Holzerntearbeit wird i.d.R. durch Fachfirmen ausgeführt, die sich der Waldbesitzer wählt. Fördervorhaben beginnen i.d.R. mit der Bodenbearbeitung. Das setzt die Holzernte im Vorfeld voraus. Im Einzelfall kann die Aufräumarbeit von Ast- und Kronenmaterial zum Zwecke der Bearbeitung der Fläche als Abräumkosten förderfähig sein, soweit das Material tatsächlich nicht verwertet wird.

Die vollständige Nutzung von geschädigten Beständen nach höheren Ereignissen fällt unter die Regelung des § 10 Abs. 4 LWaldG und beinhaltet eine Anzeigepflicht an die untere Forstbehörde. Die Anzeige zur Ausnahme des Kahlschlagverbotes kann vom Waldbesitzer formlos bei der zuständigen Oberförsterei gestellt werden.

Grundsätzlich besteht nach § 11 des LWaldG eine Wiederbewaldungspflicht innerhalb von 36 Monaten nach Eintreten des Ereignisses, sofern die entstandenen Flächen freilandähnliche Verhältnisse über 0,5 Hektar aufweisen.

Mit dem Wissen, dass es i.d.R. Zeit bedarf, sich einen Überblick zu verschaffen und auch die Beräumung zu bewerkstelligen, bieten die o.g. 36 Monate hinreichend Zeit für eine Antragstellung.

Waldumbau ist im Übrigen auch für nicht geschädigte Bestände, hier maßgeblich Kiefern ab Alter 60 Jahre förderfähig.

Die forstlichen Förderrichtlinien bieten darüber hinaus weitere Fördergegenstände an. Nähere Infos finden Sie auf dieser Seite oder im Kontakt mit dem Team der Bewilligungsbehörde.

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