Steht der Wald in Brandenburg vor dem Kollaps?

Trockenheit im Wald, Abgestorbene Kiefern
Trockenheit im Wald, Abgestorbene Kiefern

Der Wald in Brandenburg steht aktuell nicht vor einem Kollaps, ist aber stark geschwächt und somit gefährdet. Es muss deshalb schneller eine höhere Baumartenvielfalt sowie ein Strukturreichtum und damit eine buntere Baumartenmischung in den Wäldern Brandenburgs entwickelt werden. Durch sie kann das Risiko für unsere Wälder gesenkt werden. 

Nach zwei heißen und trockenen Sommern ist die Situation unserer Wälder in Deutschland besorgniserregend. Die darüber geführten Diskussionen werden auch von Extrempositionen bestimmt, die ein Konsens der verschiedenen Akteure im Wald erschweren. Mit dem jetzt veröffentlichten Positionspapier "Anpassung der Wälder an den Klimawandel" strebt der Deutsche Verband Forstlicher Forschungsanstalten (DVFFA) eine Versachlichung der Diskussion an.

Fragen und Antworten zum Klimawandel

  • Wie stellt sich der bisherige Witterungsverlauf in Brandenburg in diesem Jahr dar?

    Das Jahr 2019 zeigt wieder Anomalien und schon jetzt neue Rekorde. Nach einem durchschnittlichen Januar waren der Februar und der März viel zu mild. Im April brach die gefürchtete Frühjahrstrockenheit aus und es war sehr sonnig. Der Mai war jedoch kühler als üblich und stellenweise regnete es auch ausreichend. Der Juni pulverisierte dann alle bisherigen Rekorde. Es war der wärmste Juni seit Beginn der Witterungsaufzeichnungen. Die Durchschnittstemperatur lag mit 3,7 Grad über dem 30-jährigen Mittel. Dazu kam es besonders in Brandenburg zu einer starken Trockenheit. Der Juli war zwar in Durchschnitt von der Temperatur her normal, aber im letzten Drittel kam es zu einer bisher noch nie dagewesenen Hitzewelle. Drei Tage in Folge stieg das Thermometer über 40 Grad und es wurden neue absolute Hitzerekorde registriert. Zusammen mit dem deutlichen Regendefizit nahm die Dürre katastrophale Ausmaße an. Der August war zunächst angenehm und örtlich gab es auch in Gewittern Regenfälle. Ende August drehte der Sommer aber noch einmal richtig auf und brachte in Brandenburg Temperaturen von bis zu 34 Grad.

    Was ist daran ungewöhnlich?
    Ungewöhnlich sind die starken Abweichungen bei Temperatur und Niederschlag vom langjährigen Mittel und dass wir eigentlich ohne größere Winterniederschläge vom Dürre- und Hitzejahr 2018 in dieses weitere Extremjahr gewechselt sind. Somit dauern diese ungewöhnliche Witterung und besonders die Dürre schon 17 Monate an. Weiterhin sind die ungewöhnlich vielen Sonnenstunden und damit die extreme Strahlung zu nennen.

    Brandenburg ist neben Sachsen-Anhalt und Teilen von Niedersachsen der Hotspot bei den Extremen. Die Niederschlagskarte und die für die Temperaturen des Deutschen Wetterdienstes  für den Monat August 2019 zeigen das sehr deutlich.

    Das Jahr 2019 zeigt wieder Anomalien und schon jetzt neue Rekorde. Nach einem durchschnittlichen Januar waren der Februar und der März viel zu mild. Im April brach die gefürchtete Frühjahrstrockenheit aus und es war sehr sonnig. Der Mai war jedoch kühler als üblich und stellenweise regnete es auch ausreichend. Der Juni pulverisierte dann alle bisherigen Rekorde. Es war der wärmste Juni seit Beginn der Witterungsaufzeichnungen. Die Durchschnittstemperatur lag mit 3,7 Grad über dem 30-jährigen Mittel. Dazu kam es besonders in Brandenburg zu einer starken Trockenheit. Der Juli war zwar in Durchschnitt von der Temperatur her normal, aber im letzten Drittel kam es zu einer bisher noch nie dagewesenen Hitzewelle. Drei Tage in Folge stieg das Thermometer über 40 Grad und es wurden neue absolute Hitzerekorde registriert. Zusammen mit dem deutlichen Regendefizit nahm die Dürre katastrophale Ausmaße an. Der August war zunächst angenehm und örtlich gab es auch in Gewittern Regenfälle. Ende August drehte der Sommer aber noch einmal richtig auf und brachte in Brandenburg Temperaturen von bis zu 34 Grad.

    Was ist daran ungewöhnlich?
    Ungewöhnlich sind die starken Abweichungen bei Temperatur und Niederschlag vom langjährigen Mittel und dass wir eigentlich ohne größere Winterniederschläge vom Dürre- und Hitzejahr 2018 in dieses weitere Extremjahr gewechselt sind. Somit dauern diese ungewöhnliche Witterung und besonders die Dürre schon 17 Monate an. Weiterhin sind die ungewöhnlich vielen Sonnenstunden und damit die extreme Strahlung zu nennen.

    Brandenburg ist neben Sachsen-Anhalt und Teilen von Niedersachsen der Hotspot bei den Extremen. Die Niederschlagskarte und die für die Temperaturen des Deutschen Wetterdienstes  für den Monat August 2019 zeigen das sehr deutlich.

  • Können wir von einem Klimawandel ausgehen?

    Ja, das lässt sich ohne Zweifel feststellen. Dieses kann nicht am Witterungsverlauf von ein oder zwei Extremjahren fest gemacht werden, sondern nur am langjährigen Trend. Besonders was den Temperaturanstieg angeht, so geht es seit etwa dreißig Jahren nach oben. Dies belegen auch die Messungen auf den sogenannten LEVEL-II-Flächen im Rahmen der forstlichen Umweltbeobachtung in Brandenburg. So beispielsweise an der Station Kienhorst in der Schorfheide.

    Hier hat sich die mittlere Jahrestemperatur von 1980 bis 2018 um 0,6 Grad erhöht. Nach einem starken Anstieg zu Beginn der 1990-er Jahre ist seit zirka 2013 eine neue Steigerungsstufe zu verzeichnen.

    Besonders typisch für die letzten Jahre sind sogenannte Omegawetterlagen über Mitteleuropa, die stabile Hochdruckwetterlagen bedingen und ausgiebig heiße Luft von Afrika zu uns transportieren. Atlantische Tiefdruckgebiete prallen daran ab. Dieses wird durch eine Verlangsamung des Jetstreams bedingt. Der Jetstream ist ein Band, welches wellenförmig in hohen atmosphärischen Schichten die Erde umspannt. Hier werden die kalten Luftmassen aus den polaren Regionen von den heißen aus der Äquatorregion getrennt. Umso größer die Unterschiede sind, um so schneller rotiert dieses Band um die Erde. Da sich in den letzten Jahren besonders die Polargebiete erwärmen, nehmen die Temperaturunterschiede immer mehr ab und der Jetstream verliert an Fahrt und bleibt stehen. Ein Beispiel zeigt die Omegawetterlage Ende Juni 2019 über Mitteleuropa in einer Satellitenauswertung der NASA.

    Heißt Klimawandel gleich Waldwandel?
    Der Klimawandel wird mittelfristig auch die Wälder in Brandenburg verändern. Besonders die durch Hitze und Dürre (in diesem Jahr besonders die Buchen) geschwächten Bäume können in Folge der Witterung absterben und damit entstehen Bestandeslücken, die durch andere Baumarten ausgefüllt werden können. Das können die wahrscheinlich klimaresistenteren Baumarten wie Linde, Ahorn und Hainbuche sein. Auch durch Anbau dieser und anderen wärmeliebenden Baumarten kann sich der Wald wandeln.

    Ja, das lässt sich ohne Zweifel feststellen. Dieses kann nicht am Witterungsverlauf von ein oder zwei Extremjahren fest gemacht werden, sondern nur am langjährigen Trend. Besonders was den Temperaturanstieg angeht, so geht es seit etwa dreißig Jahren nach oben. Dies belegen auch die Messungen auf den sogenannten LEVEL-II-Flächen im Rahmen der forstlichen Umweltbeobachtung in Brandenburg. So beispielsweise an der Station Kienhorst in der Schorfheide.

    Hier hat sich die mittlere Jahrestemperatur von 1980 bis 2018 um 0,6 Grad erhöht. Nach einem starken Anstieg zu Beginn der 1990-er Jahre ist seit zirka 2013 eine neue Steigerungsstufe zu verzeichnen.

    Besonders typisch für die letzten Jahre sind sogenannte Omegawetterlagen über Mitteleuropa, die stabile Hochdruckwetterlagen bedingen und ausgiebig heiße Luft von Afrika zu uns transportieren. Atlantische Tiefdruckgebiete prallen daran ab. Dieses wird durch eine Verlangsamung des Jetstreams bedingt. Der Jetstream ist ein Band, welches wellenförmig in hohen atmosphärischen Schichten die Erde umspannt. Hier werden die kalten Luftmassen aus den polaren Regionen von den heißen aus der Äquatorregion getrennt. Umso größer die Unterschiede sind, um so schneller rotiert dieses Band um die Erde. Da sich in den letzten Jahren besonders die Polargebiete erwärmen, nehmen die Temperaturunterschiede immer mehr ab und der Jetstream verliert an Fahrt und bleibt stehen. Ein Beispiel zeigt die Omegawetterlage Ende Juni 2019 über Mitteleuropa in einer Satellitenauswertung der NASA.

    Heißt Klimawandel gleich Waldwandel?
    Der Klimawandel wird mittelfristig auch die Wälder in Brandenburg verändern. Besonders die durch Hitze und Dürre (in diesem Jahr besonders die Buchen) geschwächten Bäume können in Folge der Witterung absterben und damit entstehen Bestandeslücken, die durch andere Baumarten ausgefüllt werden können. Das können die wahrscheinlich klimaresistenteren Baumarten wie Linde, Ahorn und Hainbuche sein. Auch durch Anbau dieser und anderen wärmeliebenden Baumarten kann sich der Wald wandeln.

  • Welche Auswirkungen hat das auf die Wälder in Brandenburg?

    Der Klimawandel wirkt sich in vielfacher Hinsicht auf die Wälder in Brandenburg aus. Dabei ist natürlich das fehlende pflanzenverfügbare Wasser durch die ausbleibenden Niederschläge zu nennen. Durch die hohe Sonneneinstrahlung wird die Verdunstung und damit die Austrocknung der Böden noch verschärft. Besonders die sehr lichtdurchlässigen Kiefernwälder in Brandenburg sind davon betroffen. Ist ein Unterstand aus Laubbaum- oder Straucharten vorhanden, so wird dieser Effekt gemildert. Außerdem hat die starke Erhitzung des Oberbodens eine negative Auswirkung auf die Bodenlebewesen, die zum Humusaufbau beitragen. Sie verziehen sich in tiefere Bodenschichten oder sterben ab.

    Weiterhin wird durch die hohe Sonneneinstrahlung die Photosynthese der Bäume stark noch oben gefahren. In der Wechselwirkung mit dem fehlenden Wasser führt das zu extremen Stresssituationen. 

    Welche Baumarten sind besonders betroffen?
    Die Kiefer, welche ja eigentlich eine boreale Baumart ist und damit kühlere Sommer und harte Winter besser verträgt, hat die Witterungsextreme der letzten Jahre noch relativ gut überstanden, obwohl auch hier schon ein Nadelverlust zu verzeichnen ist und der hohe Schädlingsbefall auf eine Schwächung hindeutet. Die Eichen sind weiterhin die Sorgenkinder in unseren Wäldern. Neu sind aber die deutlichen Schäden an den Rotbuchen. Während sie das Jahr 2018 noch relativ gut überstanden haben, ist nun im Spätsommer 2019 ein Einrollen, starke Braunfärbung und ein Abwerfen  der Blätter zu beobachten. Dies ist eine Abwehrreaktion gegen die extreme Witterung. Der Baum stellt zu seinem Lebenserhalt seine Stoffwechselfunktionen weitgehend ein. Inwieweit diese Bäume im nächsten Frühjahr wieder austreiben können, bleibt abzuwarten.

    Kann man Klimastress bei Waldbäumen nachweisen?
    Ja, das ist seit einigen Jahren möglich. Dabei werden Blatt- oder Nadelproben genommen und dann die verschiedenen enthaltenen Aminosäuren analysiert. Man spricht dabei von sogenannten Biomarkern. Bei diesen Säuren gibt es einige, die Stress anzeigen, wie zum Beispiel die Prolinsäure. Diese schießt bei dürre- und hitzegeschädigten Bäumen stark nach oben. Zu vergleichen ist das mit der Analyse des Blutes beim Menschen.

    Der Klimawandel wirkt sich in vielfacher Hinsicht auf die Wälder in Brandenburg aus. Dabei ist natürlich das fehlende pflanzenverfügbare Wasser durch die ausbleibenden Niederschläge zu nennen. Durch die hohe Sonneneinstrahlung wird die Verdunstung und damit die Austrocknung der Böden noch verschärft. Besonders die sehr lichtdurchlässigen Kiefernwälder in Brandenburg sind davon betroffen. Ist ein Unterstand aus Laubbaum- oder Straucharten vorhanden, so wird dieser Effekt gemildert. Außerdem hat die starke Erhitzung des Oberbodens eine negative Auswirkung auf die Bodenlebewesen, die zum Humusaufbau beitragen. Sie verziehen sich in tiefere Bodenschichten oder sterben ab.

    Weiterhin wird durch die hohe Sonneneinstrahlung die Photosynthese der Bäume stark noch oben gefahren. In der Wechselwirkung mit dem fehlenden Wasser führt das zu extremen Stresssituationen. 

    Welche Baumarten sind besonders betroffen?
    Die Kiefer, welche ja eigentlich eine boreale Baumart ist und damit kühlere Sommer und harte Winter besser verträgt, hat die Witterungsextreme der letzten Jahre noch relativ gut überstanden, obwohl auch hier schon ein Nadelverlust zu verzeichnen ist und der hohe Schädlingsbefall auf eine Schwächung hindeutet. Die Eichen sind weiterhin die Sorgenkinder in unseren Wäldern. Neu sind aber die deutlichen Schäden an den Rotbuchen. Während sie das Jahr 2018 noch relativ gut überstanden haben, ist nun im Spätsommer 2019 ein Einrollen, starke Braunfärbung und ein Abwerfen  der Blätter zu beobachten. Dies ist eine Abwehrreaktion gegen die extreme Witterung. Der Baum stellt zu seinem Lebenserhalt seine Stoffwechselfunktionen weitgehend ein. Inwieweit diese Bäume im nächsten Frühjahr wieder austreiben können, bleibt abzuwarten.

    Kann man Klimastress bei Waldbäumen nachweisen?
    Ja, das ist seit einigen Jahren möglich. Dabei werden Blatt- oder Nadelproben genommen und dann die verschiedenen enthaltenen Aminosäuren analysiert. Man spricht dabei von sogenannten Biomarkern. Bei diesen Säuren gibt es einige, die Stress anzeigen, wie zum Beispiel die Prolinsäure. Diese schießt bei dürre- und hitzegeschädigten Bäumen stark nach oben. Zu vergleichen ist das mit der Analyse des Blutes beim Menschen.

  • Welche Schädlinge befallen unsere Wälder und auf welchen Flächen?

    Insgesamt hat in Folge der Witterung der letzten Jahre der Schädlingsbefall in den Wäldern zugenommen. Dabei spielt die verringerte Fähigkeit der Bäume Schaderreger abzuwehren - z. B. als Folge von Trockenstress - eine große Rolle. Bedingt durch die Herbststürme 2017, Hagelschlag, Waldbrände und Fraßschäden nadelfressender Raupen ist außerdem das Angebot an Brutmaterial für holz- und rindenbrütende Käfer sehr hoch. Schäden durch Buchdruckerbefall sind auch in Brandenburg so umfangreich wie seit 25 Jahren nicht. Dazu kommen Kupferstecher, Lärchenborkenkäfer und zahlreiche Kieferborkenkäfer. Unverändert hoch bleibt die Gefährdung durch die nadelfressenden Insekten der Kiefer wie Nonne, Kiefernspinner, Kiefernbuschhornblattwespen und Forleule. Das betrifft vor allem die bekannten Schadgebiete in Südbrandenburg. Als Folge der Klimaveränderungen zeigt sich für einige wärmeliebende Insekten bereits eine Zunahme der Häufigkeit von Massenvermehrungen. Dazu kommt eine erhöhte Gefahr der Einschleppung von Schadorganismen.

    Das Risiko für Wälder steigt dementsprechend und gleichzeitig wird eine Prognose des Auftretens von Schaderregern und deren Folgen immer schwieriger, auch weil Witterungsextreme ein Waldökosystem sehr komplex beeinflussen.

    Insgesamt hat in Folge der Witterung der letzten Jahre der Schädlingsbefall in den Wäldern zugenommen. Dabei spielt die verringerte Fähigkeit der Bäume Schaderreger abzuwehren - z. B. als Folge von Trockenstress - eine große Rolle. Bedingt durch die Herbststürme 2017, Hagelschlag, Waldbrände und Fraßschäden nadelfressender Raupen ist außerdem das Angebot an Brutmaterial für holz- und rindenbrütende Käfer sehr hoch. Schäden durch Buchdruckerbefall sind auch in Brandenburg so umfangreich wie seit 25 Jahren nicht. Dazu kommen Kupferstecher, Lärchenborkenkäfer und zahlreiche Kieferborkenkäfer. Unverändert hoch bleibt die Gefährdung durch die nadelfressenden Insekten der Kiefer wie Nonne, Kiefernspinner, Kiefernbuschhornblattwespen und Forleule. Das betrifft vor allem die bekannten Schadgebiete in Südbrandenburg. Als Folge der Klimaveränderungen zeigt sich für einige wärmeliebende Insekten bereits eine Zunahme der Häufigkeit von Massenvermehrungen. Dazu kommt eine erhöhte Gefahr der Einschleppung von Schadorganismen.

    Das Risiko für Wälder steigt dementsprechend und gleichzeitig wird eine Prognose des Auftretens von Schaderregern und deren Folgen immer schwieriger, auch weil Witterungsextreme ein Waldökosystem sehr komplex beeinflussen.

  • Warum haben wir in Brandenburg so viele Waldbrände?

    Bedingt durch den hohen Anteil an Kiefern (zirka 70%), welche zumeist in Reinbeständen stehen, kommt es zu einer hohen Waldbrandgefahr. Kiefern sind auf Grund ihres hohen Harzgehalts leicht entflammbar. Weiterhin trocknen die Oberböden sehr schnell aus, was durch die hohe Sonneneinstrahlung und die Sandböden bedingt ist. Sandböden haben eine geringe Wasserhaltefähigkeit.

    Wieviel Hektar Wald sind 2018 und 2019 abgebrannt?
    Das Jahr 2018 war das mit den meisten Waldbränden seit 1990. Das betrifft die Anzahl der Brände sowie die Größe der Flächen, die davon befallen waren. Die Bekämpfung dieser Brände vom Boden aus ist oft sehr schwierig, da es sich im Süden Brandenburgs, wo die meisten Brände auftreten, oft um munitionsbelastete Flächen handelt. Hier kann die Feuerwehr nur aus einem Sicherheitsabstand heraus in der Brandbekämpfung agieren und fordert deshalb auf nicht betretbaren Waldflächen Luftunterstützung an. Bemerkenswert ist die lange Brandsaison – die letzten Bränden waren noch im November. Für das Jahr 2019 liegt noch keine Statistik vor, jedoch gab es wieder sehr viele Brände, wenn auch nicht auf so großen Flächen.

    Bedingt durch den hohen Anteil an Kiefern (zirka 70%), welche zumeist in Reinbeständen stehen, kommt es zu einer hohen Waldbrandgefahr. Kiefern sind auf Grund ihres hohen Harzgehalts leicht entflammbar. Weiterhin trocknen die Oberböden sehr schnell aus, was durch die hohe Sonneneinstrahlung und die Sandböden bedingt ist. Sandböden haben eine geringe Wasserhaltefähigkeit.

    Wieviel Hektar Wald sind 2018 und 2019 abgebrannt?
    Das Jahr 2018 war das mit den meisten Waldbränden seit 1990. Das betrifft die Anzahl der Brände sowie die Größe der Flächen, die davon befallen waren. Die Bekämpfung dieser Brände vom Boden aus ist oft sehr schwierig, da es sich im Süden Brandenburgs, wo die meisten Brände auftreten, oft um munitionsbelastete Flächen handelt. Hier kann die Feuerwehr nur aus einem Sicherheitsabstand heraus in der Brandbekämpfung agieren und fordert deshalb auf nicht betretbaren Waldflächen Luftunterstützung an. Bemerkenswert ist die lange Brandsaison – die letzten Bränden waren noch im November. Für das Jahr 2019 liegt noch keine Statistik vor, jedoch gab es wieder sehr viele Brände, wenn auch nicht auf so großen Flächen.

  • Was bedeutet Waldumbau?

    Waldumbau bedeutet einen Wechsel der Baumarten sowie der Bestandesstruktur. In der Regel werden unter zirka 80-jährigen Kiefern nach einer entsprechenden Auflichtung Laubbäume unter Schirm angepflanzt. Dieses kann flächig erfolgen, aber auch gruppen- und truppweise.

    Warum ist der Waldumbau so wichtig? Wie muss er erfolgen?
    Durch den Waldumbau werden besonders die Kiefernreinbestände weniger anfällig hinsichtlich des Befalls mit Schadinsekten, aber auch gegenüber Wind, Feuer und Frost. Durch eine höhere Beschattung des Waldbodens wird eine Austrocknung abgemildert, die Sonneneinstrahlung dezimiert und mittelfristig auch die Temperatur im Wald gesenkt.

    Mehr und mehr müssen neue Wege beim Waldumbau gegangen werden, unter anderem um mit dem gleichen Einsatz eine größere Wirkung zu erzielen. Oft wird es nicht so sehr um einen Wechsel der Hauptbaumart gehen, sondern um deren ökologische Stabilisierung, besonders bei der Kiefer. Dies kann auch durch die Anlage von Waldinnenrändern sowie trupp- und gruppenweises Anpflanzen von Baum- und Strauchraten erfolgen.

    Welches sind die Baumarten der Zukunft?
    Die Kiefer muss ein bunteres Umfeld bekommen, dass heißt verschiedene beigemischte Baum- und Straucharten. Auch von den Eichen und der Rotbuche wollen wir uns nicht verabschieden. Doch ist anzunehmen, dass ihren Platz zum Teil andere Baumarten einnehmen werden. In Brandenburg gibt es etwa 30 heimische Baumarten, von denen viele klimaresistenter sind. Dazu zählen auch die Linde, der Ahorn, die Hainbuche. Hier wird es in Zukunft wichtig sein, die Herkünfte dieser Baumarten zu untersuchen und zu erweitern. Aber auch weitere bisher in Brandenburg nicht weit verbreitete Baumarten können uns helfen, wie zum Beispiel Douglasie, Weißtanne oder Roteiche.

    Wirtschaftswald oder Naturwald – ein Widerspruch?
    Naturwälder können uns wertvolle Hinweise über den Waldwandel ohne Bewirtschaftung geben. Hieran orientieren wir uns in unseren Entscheidungen im Wirtschaftswald, folgen in der Abwägung der waldbaulichen Maßnahmen aber auch weiteren betrieblichen Zielen.

    Waldumbau bedeutet einen Wechsel der Baumarten sowie der Bestandesstruktur. In der Regel werden unter zirka 80-jährigen Kiefern nach einer entsprechenden Auflichtung Laubbäume unter Schirm angepflanzt. Dieses kann flächig erfolgen, aber auch gruppen- und truppweise.

    Warum ist der Waldumbau so wichtig? Wie muss er erfolgen?
    Durch den Waldumbau werden besonders die Kiefernreinbestände weniger anfällig hinsichtlich des Befalls mit Schadinsekten, aber auch gegenüber Wind, Feuer und Frost. Durch eine höhere Beschattung des Waldbodens wird eine Austrocknung abgemildert, die Sonneneinstrahlung dezimiert und mittelfristig auch die Temperatur im Wald gesenkt.

    Mehr und mehr müssen neue Wege beim Waldumbau gegangen werden, unter anderem um mit dem gleichen Einsatz eine größere Wirkung zu erzielen. Oft wird es nicht so sehr um einen Wechsel der Hauptbaumart gehen, sondern um deren ökologische Stabilisierung, besonders bei der Kiefer. Dies kann auch durch die Anlage von Waldinnenrändern sowie trupp- und gruppenweises Anpflanzen von Baum- und Strauchraten erfolgen.

    Welches sind die Baumarten der Zukunft?
    Die Kiefer muss ein bunteres Umfeld bekommen, dass heißt verschiedene beigemischte Baum- und Straucharten. Auch von den Eichen und der Rotbuche wollen wir uns nicht verabschieden. Doch ist anzunehmen, dass ihren Platz zum Teil andere Baumarten einnehmen werden. In Brandenburg gibt es etwa 30 heimische Baumarten, von denen viele klimaresistenter sind. Dazu zählen auch die Linde, der Ahorn, die Hainbuche. Hier wird es in Zukunft wichtig sein, die Herkünfte dieser Baumarten zu untersuchen und zu erweitern. Aber auch weitere bisher in Brandenburg nicht weit verbreitete Baumarten können uns helfen, wie zum Beispiel Douglasie, Weißtanne oder Roteiche.

    Wirtschaftswald oder Naturwald – ein Widerspruch?
    Naturwälder können uns wertvolle Hinweise über den Waldwandel ohne Bewirtschaftung geben. Hieran orientieren wir uns in unseren Entscheidungen im Wirtschaftswald, folgen in der Abwägung der waldbaulichen Maßnahmen aber auch weiteren betrieblichen Zielen.

Kontakt

Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE)
Ansprechpartner:
Name:
Dr. Michael Egidius Luthardt
Position:
Leiter
E-Mail:
michael.luthardt@­lfb.brandenburg.de
Telefon:
+49 3334 2759-203