Auswertung des Testbetriebsnetzes 2017

Die Auswertung der Ergebnisse des TBN des BMEL für den Kommunal-, Privat- und Landeswald Brandenburgs für das Forstwirtschaftsjahr 2017 fand am 8. März 2019 in Hermsdorf (Oberlausitz) statt. Als Gäste stellten Frau Sandra Collin und Dr. Guido Schwichtenberg vom Deutschen Forstwirtschaftsrat e. V. das Projekt KoNeKKTiW (Kompetenz-Netzwerk Klimawandel, Krisenmanagement und Transformation in Waldökosystemen) in ihrem Vortrag „Risikomanagement in Zeiten des Klimawandels“ vor.

Frau Collin stellte einführend Angebote aus dem Projekt KoNeKKTiW vor, die über die Erläuterung der EVA-Risikomanagementmethode für Forstbetriebe bis hin zu einer individuellen Beratung von Forstbetriebsgemeinschaften zu deren Zielen und der Einflussfaktoren bestehen. Ausführlich wurden der Klimawandel in Brandenburg und dessen Auswirkungen auf den Wald vorgestellt. Am Beispiel der Baumarten Buche und Kiefer wurde ihre zukünftige Anbaueignung bzw. ihr Vorkommen mit Hilfe des Modells der Klimahülle für die Region Oberspreewald-Lausitz dargestellt. Kurz wurde von Herr Dr. Schwichtenberg auf die Bedeutung und die Ziele der Risikobewertung und deren Abgrenzung zum Krisenmanagement eingegangen.

Neu war für viele Teilnehmer die Erkenntnis, dass es wichtig ist, für den Forstbetrieb und die forstlichen Zusammenschlüsse Ziele zu definieren und die Zielerreichung unter der Berücksichtigung von Gefährdungen und Risiken aktiv über ein Risikomanagement zu begleiten. Dieses Risikomanagement ist dabei  Bestandteil eines strategischen und operatives Gesamtmanagment.

Durch Herrn Andre Jander vom LFE wurden anschließend die Ergebnisse des Testbetriebsnetzes 2016 für die brandenburgischen Teilnehmer und die Gesamtschau im Bundesvergleich vorgestellt. Nach den bisher höchsten Reinerträgen für den  Produktbereich I im Jahr 2015, seit Beginn der Teilnahme am TBN-Forst, fielen die Reinerträge in 2017 weiter.

Die Entwicklung der Reinerträge I im PB 1 bis 3 für 2017 stellen sich wie folgt dar
Privatwald 7 €/ha HB 2016: 76 €/ha HB
Kommunalwald 53 €/ha HB 2016: 80 €/ha HB
Landeswald -1 €/ha HB 2016: -1 €/ha HB

Mit besonderer Spannung wurde die Exkursion in den Forstbetrieb Lipsaer Grenzwald erwartet. Frau Dr. Baronius, Eigentümerin des Forstbetriebes in Lipsa, stellte zu Beginn der Exkursion sehr offen und  umfangreich die Entstehung und die Bewirtschaftung ihres Familienforstbetriebes vor, der als einer der südlichsten Forstbetriebe Brandenburgs auf überwiegend ziemlich armen Standorten (80 Prozent)  kahlschlagsfrei bewirtschaftet wird. Die Kiefer ist mit 95 Prozent Flächenanteil die dominierende Baumart des Betriebes im Oberstand.

Neben den standörtlich ungünstigen Vorraussetzungen und den Stürmen der letzten Jahre entstehen aus der Nachbarschaft zur 5.600 Hektar Kernzone des sächsischen Naturschutzgebietes Königsbrücker Heide (Wilderness-Gebiet) mit Jagdruhe seit 2007 wachsende Probleme in der Umsetzung der waldbaulichen Ziele hin zu einem strukturreichen Mischwald. Frühjahrsbestände von 22 bis 28 Stück Rotwild/100 Hektar in der Königsbrücker Heide erzeugen einen steigenden Wilddruck auf benachbarte Waldflächen in Brandenburg. 20 Jahre nach dem Entstehen des Forstbetriebes zeigen viele der in dieser Zeit mehrfach durchforsteten mittelalten Kiefernbestände Kiefernaturverjüngung auf großer Fläche. 3 durchgeführte Forsteinrichtungen belegen die Ergebnisse der kahlschlagslosen Bewirtschaftung durch z. B. das enorme Ansteigen der Vorräte, die Erhöhung des durchschnittlichen Alters des Oberstandes und die gemischten Verjüngungsflächen im Unterstand.

Kontakt

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André Jander
E-Mail:
andre.jander@­lfb.brandenburg.de
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Prof. Dr. Jens Schröder
E-Mail:
jens.schroeder@­lfb.brandenburg.de
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