Die Flatterulme ist Baum des Jahres 2019

Rückseite eines Flatterulmenblattes © LFB
Rückseite eines Flatterulmenblattes © LFB

Die Flatterulme (Ulmus laevis), auch Rüster genannt, ist in Deutschland selten zu finden und kaum bekannt. Dabei besitzt sie ein deutliches Merkmal: Brettwurzeln. Mit diesen ist sie an Auwälder und Überflutungsgebiete angepasst. Die Blattform der Ulme mit dem asymmetrischen Ansatz und dem gesägt geformten Rand ist ein weiteres Erkennungsmerkmal.

Die Flatterulme kann ein stattlicher etwa 30 bis 40 Meter hoher Baum werden und ein Alter von 200 bis 300 Jahren erreichen. Die anfänglich graugrüne und glatte Rinde wird mit zunehmendem Alter längsrissig. Nach der Blütezeit im März/ April entwickeln sich die Früchte als rundlich geflügelte Nüsse. Das ansehnliche Holz kann für Möbel und den Innenausbau verwendet werden.

Die Flatterulme ist eine „starke Brandenburgerin“. Das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde hat in einem bundesweiten Projekt zur Erfassung seltener Baumarten etwa 58.100 der oft versteckt im Wald vorkommenden Flatterulmen erfasst. Andere Bundesländer haben weniger bis deutlich weniger mit unter 10.000 Bäumen.

Mit der Wahl des „Baum des Jahres“ wird alljährlich eine Baumart in den öffentlichen Fokus gerückt, um auf die aktuelle Verbreitung, auf Besonderheiten, auf Gefährdungen und allgemein auf die Baumartenvielfalt aufmerksam zu machen. Ulmen sind allerdings schon in den letzten Jahren durch das sogenannte Ulmensterben auffällig geworden. Ein Schlauchpilz, der durch Ulmensplintkäfer verbreitet wird, hat besonders Feld- und Bergulmen dezimiert. Die Flatterulme ist widerstandsfähiger und deshalb weniger betroffen. Somit ist sie die Ulmenart mit Zukunft, auch hinsichtlich klimatischer Veränderungen.

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