Die Robinie ist Baum des Jahres 2020

Robinienblatt
Robinienblatt

Die Silvius-Wodarz-Stiftung hat die Robinie zum Baum des Jahres 2020 gewählt. Im Bundesvergleich hat das Land Brandenburg die größten Robinien-Vorkommen. Die Robinie wird landläufig auch als „Akazie“ bezeichnet – sie ist aber nur eine „falsche Akazie“ oder „Scheinakazie“, weil sie der echten Akazie zwar ähnlich sieht, aber nicht besonders nah verwandt ist.

Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Robinie ist beliebt in Parks, Alleen und Wäldern.
Forst-Datenquellen des Landeskompetenzzentrums Forst in Eberswalde (LFE) gehen von mehr als 10.000 Hektar Robinienbeständen im Land aus. Damit stehen Robinien auf 0,5 Prozent der Waldfläche Brandenburgs – Allen und Parks nicht eingerechnet.

Von Imkern und Honigliebhabern wird die Robinie wegen dem zuckerhaltigen Nektar sehr geschätzt. Sie wird auch das „Teakholz Brandenburgs“ genannt. Es zeichnet sich durch die höchste Haltbarkeit regionaler Hölzer aus und benötigt keinen chemischen Holzschutz. Ein hoher Brennwert des Holzes, fast wie Braunkohle-Briketts, macht sie auch als regenerativer Energieträger beliebt.  Stockausschlag und Wurzelbrut geben der Robinie ein starkes Ausbreitungspotenzial. Der Baum kann Trockenrasen oder Heiden besiedeln. In der Rekultivierung macht sie diese Fähigkeit zu einer geeigneten Baumart.
Auf Energieholzplantagen beziehungsweise Kurzumtriebsplantagen wird sie zusammen mit Pappel und Weide angebaut. Das Landeskompetenzzentrum Forst in Eberswalde und das Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften (FIB) in Finsterwalde forschen zur Robinie.

Ab 1685 wurde die Robinie als interessanter Exot in Europa eingeführt und wurde zunächst in Gutsparks und als Alleebaum gepflanzt. Obwohl die Robinie in ihrer nordamerikanischen Heimat aus niederschlagsreicheren Regionen stammt, verträgt sie auch trocken-warme Bedingungen, wie sie in Brandenburg bereits vielfach vorherrschen oder zu erwarten sind. Sie könnte damit zu einer Klimawandel-Gewinnerin werden.

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