Waldbrandgefahr weiterhin hoch

Waldbrand Drittelbild
Waldbrand Drittelbild

Fehlende Niederschläge haben die Waldböden bis in tiefe Schichten vollständig austrocknen lassen. Auch gelegentliche Regenschauer sind nur ein Tropfen auf den märkischen Sand, denn Sonne und Wind entziehen dem Boden schnell wieder jegliche aufkommende Feuchtigkeit.

Das Brandenburger Forstministerium sowie der Landesbetrieb Forst Brandenburg informieren während der gesamten Waldbrandsaison über die aktuellen Waldbrandgefahrenstufen. http://www.mlul.brandenburg.de/wgs/karte

Jeden Morgen um 8.00 Uhr werden die Gefahrenstufen für die jeweiligen Landkreise aktualisiert und gelten dann für 24 Stunden.

Bereits über 350 Waldbrände 2019 registriert
Bis Mitte August mussten die Feuerwehren im Land schon zu mehr als 350 Waldbränden ausrücken. Die Flammen haben im laufenden Jahr bereits wieder eine Fläche von 1.330 Hektar Wald erfasst. In den meisten Fällen blieb es bei einem kleinen Bodenbrand. In 90 Prozent der Waldbrände konnte das Feuer so schnell gelöscht werden, dass die Brandfläche unter einem Hektar blieb. Aber:  Bei neun Waldbränden war eine Fläche von mehr als zehn Hektar betroffen. Der größte Waldbrand ereignete sich am 3. Juni auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Jüterbog-West und erreichte eine Fläche von 744 Hektar!

Besondere Gefahr auf Kampfmittelverdachtsflächen
Alle bislang registrierten Großwaldbrände über zehn Hektar waren auf Waldflächen, die durch die Speziallisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes als stark belastet eingestuft sind. Feuerwehrleute konnten nur aus der Ferne agieren. Die Gefährdung durch explodierende Munition erfordert einen Sicherheitsabstand. So kann nur von gesicherten Wegen aus das Feuer bekämpft werden. Wenn Gefahr für Menschen, Gebäude und andere Infrastrukturen bestand, kamen auch in diesem Jahr wieder die Löschhubschrauber der Bundespolizei und Bundeswehr zum Einsatz.

Flächendeckende Waldbrandfrüherkennung
Ab der Waldbrandgefahrenstufe 3 (mittlere Gefahr) ist neben den Bereitschaftsdiensten in der Forstverwaltung auch die automatisierte Waldbrandfrüherkennung in Betrieb. Steigt irgendwo in den Wäldern der Mark eine Rauchwolke über die Baumkronen auf, registriert das System mit hochauflösenden Sensoren das Ereignis und meldet es an eine der sechs Waldbrandzentralen im Land. Geschulte Forstleute erkennen schnell, ob es sich um einen Waldbrand, das illegale Verbrennen von Grünabfällen oder doch nur um eine riesige Staubwolke bei Feldarbeiten handelt. Wird ein Waldbrand erkannt, erfolgt die Meldung sofort an eine Leitstelle der Feuerwehr. Mit der schnellen Alarmierung und dem Ausrücken der Einsatzkräfte bleibt die Brandfläche oft sehr klein. Der Zeitaufwand zum Löschen und der Schaden an der Natur können dadurch in Grenzen gehalten werden.

Landesforstverwaltung bietet Förderung im vorbeugenden Waldbrandschutz an
Die Waldbesitzer sind per Gesetz verpflichtet, Maßnahmen für den vorbeugenden Waldbrandschutz durchzuführen. Dazu gehören auch die Anlage und Unterhaltung von Löschwasserentnahmestellen, der Wegebau oder die Anlage von Schutzstreifen. Da die Maßnahmen teilweise sehr teuer sind, unterstützt das Land die Waldbesitzer durch finanzielle Förderung. In den Brandenburger Wäldern mit einem hohen Brandrisiko können einige der Maßnahmen sogar zu 100 Prozent gefördert werden. Waldbesitzer können sich direkt bei ihrem örtlichen Revierförster oder ihrer Oberförsterei des Landesbetriebs Forst Brandenburg beraten lassen.

Ansprechpartner:
Raimund Engel
Position:
Waldbrandschutzbeauftragter
E-Mail:
raimund.engel@­lfb.brandenburg.de
Telefon:
+49 331 97929-303
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