Jubiläum für die Waldforschung in Brandenburg

Messgeräte im Kiefernwald
Messgeräte im Kiefernwald

„150 Jahre Waldforschung in Brandenburg“
Jubiläums-Kolloquium des Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde am 9. Juni 2021

Beiträge auf der Veranstaltung:

... und plötzlich platzte Bernhard Danckelmann in den Saal


Festprogramm 150 Jahre Waldforschung

150 Jahre forstliches Versuchswesen in Eberswalde
Verfahrensentwicklungen und wissenschaftlich-technische Dienstleistungen für Wald und Forstwirtschaft in Brandenburg und im nordostdeutschen Tiefland. Waldschutz-Monitoring, forstliches Versuchswesen, Naturwaldforschung, forstliche Umweltkontrolle, das Testbetriebsnetz Forst, die Forschungsstelle für Wildökologie und Jagdwirtschaft und die Sicherung forstgenetischer Ressourcen sind die heutigen Aufgaben des Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde (LFE).

Diese Tradition begann vor 150 Jahren, als am 12. April 1871 der preußische Finanzminister das leitende Personal für die neue „Hauptstation für das forstliche Versuchswesen in Preußen“ mit Sitz in Neustadt-Eberswalde ernannte. Damit war ein Prozess abgeschlossen, der sich schon mehrere Jahre hinzog und durch den weltbekannten Mediziner Rudolf Virchow, zugleich Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses, mit folgenden Worten begleitet wurde: „Ich kann den Gedanken der Regierung, wie diese Versuchsanstalten dirigiert werden sollen, meine volle Zustimmung erteilen und freue mich, dass die Regierung in einer so ernsthaften Weise endlich einmal den Wünschen der Forstwirte nachkommt.“

Von Anfang an war in Eberswalde das Augenmerk auf die Verbindung von Forschung und Lehre gerichtet, was sich in der Berufung des Direktors der Forstakademie, Dr. Bernhard Joseph Danckelmann, zum ersten Leiter dieser Versuchsstation zeigte. In der Folge waren viele Professoren gleichzeitig Leiter der verschiedenen Abteilungen des Versuchswesens – bis heute!

Das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde als Teil des Landesbetriebes Forst Brandenburg setzt die Tradition fort, ohne in Ehrfurcht zu erstarren. Mehrfach änderte sich der Name und auch die Rechtsform der Einrichtung, aber immer ging es um den Wald mit seiner Schutz- Erholungs- und Nutzfunktion. Ein besonderer Einschnitt waren die Jahre nach 1990, als das vorherige Institut für Forstwissenschaften von mehr als 400 Beschäftigten auf rund 100 reduziert und in verschiedene Institutionen aufgeteilt wurde.

Seit den Gründungsjahren bis heute sind die Anforderungen der Gesellschaft an den Wald vielfältig, auch wenn sie sich im Laufe der Zeit verändert haben. Davon zeugen die ältesten Versuchsflächen, die schon im 19. Jahrhundert angelegt wurden und noch heute beobachtet /untersucht werden. Dabei hat sich das Versuchsziel mehrfach verändert.

Damals war die Anreise der Wissenschaftler zu den in ganz Preußen befindlichen Flächen mühsam und zeitraubend. Mit Messgeräten und Listen wurden die Daten aufgenommen und danach per Hand berechnet. Heute liefern Datenlogger permanent Daten auf die Server, die dann bearbeitet und ausgewertet werden. Nach wie vor werden jedoch auch Walddaten direkt auf der Fläche erhoben, nur heute mit Tablet und anderen elektronischen Geräten. Behilflich sind dabei die Fernerkundungsverfahren.

Seit mehreren Jahren beschäftigen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde mit den Folgen des Klimawandels für den Wald in Brandenburg. Dabei geht es um Empfehlungen für die forstliche Praxis, wie z.B. nach den besten Verjüngungsverfahren und den alternativen Baumarten. Auch die Überwachung der Waldschutzsituation und die Empfehlung entsprechender Maßnahmen sind nach wie vor wichtig. Verschiedene Waldinventuren werden durchgeführt, um den Zustand des Waldes zu erfassen und ein Frühwarnsystem zu etablieren.


Eigentlich sollte der 150. Geburtstag am 12. April gebührend gefeiert werden. Leider haben es größere Veranstaltungen in diesem Jahr schwer, trotzdem soll das Jubiläum festlich begangen werden. Deshalb ist für den 9. Juni 2021 ein Jubiläums-Kolloquium von 09:00 – 15:30 Uhr Live aus dem Hörsaal des Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde (LFE) auf dem Waldcampus in Eberswalde.