Das Waldschutzauge

Satellitenaufnahme WaldschutzSatellitenbild mit farblich abgestuften Vitalitätsänderungen in den Baumkronen, typischer Raupenfraßherd mit starkem Fraß im Zentrum © LFB


Sie wurden in England gebaut, sind jeweils 156 kg schwer, haben die Form eines Würfels mit einem Volumen von 1m³, starteten 2008 in Baikonur mit einer Dnjepr-Rakete und umkreisen in 630 km Entfernung unsere Erde: Die 5 Satelliten des Projektes „Rapideye“, ausgestattet mit optischen Sensoren der Jena Optronik GmbH, nehmen unterschiedliche Wellenlängen der Reflektion der Baumkronen auf.

Vergleicht man die Aufnahmen von bestimmten Zeitpunkten, dann werden Dichte-Unterschiede der Baumkronen offenbar, wie sie z.B. durch Fraß von Schädlingen wie dem Kiefernspinner, der Nonne oder dem Eichenprozessionsspinner entstehen. Die Bekronungsdichte wird natürlich auch durch Holzerntemaßnahmen beeinflusst. Diese lassen sich im Regelfall aber gut durch ihre regelmäßige Flächenform und die örtliche Kenntnis im Revier vom Insektenbefall abgrenzen.

Aus dem Vergleich der Satellitenaufnahmen vor und nach dem Fraß entsteht eine differenzierte Fraßkartierung, die wie die konventionelle Aufnahme beim Revierbegang in die Schadenklassen leicht, merklich, stark und kahl untergliedert ist. Diese Analyse übernimmt die Betreiberfirma der Satelliten, die Firma BlackBridge AG für den LFB. Der LFB erhält so Karten in Form von Shape-Dateien, die problemlos in das GIS-Projekt des Waldschutzes, das durch das Landeskompetenz-Zentrum Eberswalde mit allen forstlichen Waldschutz-Monitoringdaten und Fachkarten gefüllt ist, eingebunden werden können.
Zusammen mit allen örtlich erfassten Daten aus Pheromonfallen, Winterbodensuche, Zählstammgruppen, der Eigelegesuche, der Vitalitätsuntersuchung der Eier, Analyse von Weibchenanteilen, Puppenhülsen, Probefällungen verbunden mit den Daten des Datenspeichers Wald zur Bestockung und Werten vorhandener Restbenadelung ist Fraßkartierung aus den Satellitenanalysen ein wertvoller Baustein, um die Gefährdung der Bestände präzise ableiten zu können.
Mit dieser High-Tech-Unterstützung gelingt es dem LFB, effektiv und sehr effizient seiner gesetzlichen Aufgabe  „Überwachung der Waldschutzsituation in Wäldern aller Eigentumsarten“  in einer hohen Qualität nachzukommen.


Darstellung von Fraßschäden aus der SatellitenanalyseBeispiel einer Flächenübernahme mit klassifizierten Fraßschäden (blau: merklich, orange: stark) aus der Satellitenanalyse in das GIS-Projekt zum Waldschutz. Hier werden alle vorliegenden Waldschutzdaten z.B. aus der Winterbodensuche, Eigelegesuche, Vitalitätsuntersuchungen etc. mit Werten des Datenspeicher Wald auf der Forstgrundklarte kombiniert, um gefährdete Gebiete möglichst genau zu bestimmen. © LFB

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