Erholungswald Wildpark

Das Waldgebiet
Der Wildpark ist ein zusammenhängender Waldkomplex von ca. 870 Hektar Größe, der unmittelbar an den westlichen Stadtrand von Potsdam anschließt und bis zur Havel reicht. Der Wildpark war in den Verschönerungsplan der „Insel Potsdam“ (1845) einbezogen. Der berühmte Gartenarchitekt Peter Joseph Lenne’ ließ alte Schneisen bestehen und erschloss das Gelände durch weitere Wege. Die Alleen sind heute noch gut erkennbar. Lichte Kiefernwälder wurden mit Laubholzarten ergänzt. Der Wildpark stellt für den Potsdamer Westen seit seiner Umgestaltung im 9. Jahrhundert ein wilkommenes Ausflugsziel dar. Seit Mitte des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war der Aufenthalt im Wildpark den Bewohnern der anliegenden Schlösser zum Zwecke der Jagd und des Vergnügens vorbehalten.

Erholungswald
Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts sind die Waldflächen des Wildparks für jedermann zugänglich. Wegen seiner Eigenheiten und Vielgestaltigkeit dient der Wildpark vielen Menschen als Erholungs- und Wanderziel. Er bietet aber auch hervorragende Bedingungen für tägliche sportliche Betätigungen wie Walking, Jogging oder Radfahren. Der angeleinte Hund ist ebenfalls willkommen. Der Landesbetrieb Forst Brandenburg fördert im Rahmen der Umsetzung des Erholungswaldkonzepts Potsdam Wildpark die Gestaltung dieses Waldgebietes. Ausgehend von der Historie wurden Elemente des alten Jagdwaldes wieder sichtbar gemacht, das Wegenetz verbessert sowie Rast- und Orientierungsmöglichkeiten erweitert.

Wegestern
Das bedeutendste gestalterische Element aus der Lenne’schen Planung ist der Wegestern mit 8 verschiedenen Alleen. Die Alleen laufen auf einen Platz zu, auf dessen Zentrum ein ehemaliger Futterschirm auf gestellt wurde. Heute befindet sich hier ein dem damaligen Schirm nachempfundener geschützter Rastplatz für den Waldbesucher. Die sternförmige Wegegliederung ermöglicht die Sichtbarmachung eines gemeinsamen Mittelpunktes und damit eine hervorragende Orientierungsmöglichkeit.

Waldlehrpfad
Mit der Gestaltung des Waldlehrpfades im Rahmen des Erholungswaldkonzeptes, zwischen dem Zugang Zeppelinstraße und der Wildmeisterei, wird insbesondere der Bildungsfunktion des Waldes entsprochen. An dem Weg wird der Besucher mit Betreten des Erholungswaldes auf ausgewählte Erscheinungen im Wald aufmerksam gemacht. Dazu sind Gehölze beschildert und Hinweistafeln zu verschiedenen Biotopen aufgestellt.

Forsthäuser im Wildpark Im Wildpark befinden sich vier Forsthäuser. Diese wurden durch den damaligen Hofbaumeister Ludwig Persius (1803 –1845), der Zeit entsprechend in den Jahren 1842 bis 1844, errichtet. Im Zentrum des Wildparks befindet sich die Wildmeisterei. Die Revierförsterei Wildpark hat hier ihren Sitz.


  • Geschichte des Wildparks

    Der Wildpark ist ein artenreiches Waldgebiet (25 Baumarten) am Rande von Potsdam, eingegrenzt von der Pirschheide auf der einen und dem Park Sanssouci auf der anderen Seite. Entstanden ist der Wildpark aus großen Teilen der Pirschheide. Der Wildpark ist ca. 870 ha groß und wurde ab 1840 von Peter Joseph Lenné als Landschaftsgärtner und Persius als Architekt der Wildparkbauten angelegt (von Lenné 1833 als Verschönerungsplan der Umgebung von Potsdam geplant).

    Angelegt wurde er für den König Friedrich Wilhelm den 4. als Hofjagdrevier, speziell zum Jagen von Rot- und Damwild. 10 Jahre nach Bestehen des Wildparks hatte sich der Wildbestand stark erhöht auf 450 Stück Rotwild, 30 Stück Damwild und etwa 20 Rehe. Der Zaun, der den Wildpark umgab war 2,5 m hoch und 12 km lang, es durften nur Bedienstete des Königs in den Wildpark hinein. Es wurden Alleen angelegt, die teilweise heute noch existieren, Wege umgestaltet, Brücken gebaut und der Wegestern mit 8 verschiedenen Alleen geschaffen.
    Weiterhin existieren im Wildpark 3 Berge:

    • Großer Entenfängerberg (82m)
    • Schäfereiberg (86m)
    • Kellerberg (63m)

    Ein Jahr nach Inbetriebnahme des Wildparks konnte der Wildmeister am Hang des Kellerbergs sein Dienstgebäude beziehen. In den Wildpark kamen die Bediensteten des Königs durch 3 Forsthaustore, welche nachfolgend beschrieben werden:

    Försteretablissement am Sanssoucitor

    • liegt nordöstlich des Wildparks
    • gebaut im Jahre 1841 – 1842 von L. Persius als Haupttor und Hauptzufahrt zum Wildpark
    • noch gut erhaltener Gebäudekomplex, wo heute die Tierklinik und das Tierheim untergebracht sind

    Försteretablissement Nord (Nordtor)

    • liegt in der Nähe des Ortsteils Kuhfort
    • gebaut im Jahre 1841 – 1842 von Ludwig Persius als Försterwohnung und als Torhaus zum Wildpark
    • Gebäude stark restaurierungsbedürftig, wird heute bewohnt von 2 Mietern

    Försteretablissement Süd (Südtor)

    • liegt unmittelbar an der B1, Brandenburger Chaussee, südöstlich des Schäfereiberges
    • gebaut im Jahre 1841 – 1842 von L. Persius
    • als Försterwohnung genutzt und als Torhaus, steht seit Jahren leer

    Wildmeisterei oder Hegemeisterei

    • liegt zentral im Wildpark
    • gebaut im Jahre 1841 – 1842 von L. Persius
    • diente als Wohnhaus für den Hegemeister und seine Familie
    • wird heute genutzt als Waldschule im unteren Bereich und als Wohnung im oberen Bereich 

    Weiterhin gab es noch Bauten, die nicht als Tore dienten sondern für andere Zwecke:

    Bayerisches Haus

    • liegt auf dem nördlichen Plateau des Schäfereiberges
    • gebaut im Jahre 1847 von Hesse als letztes Bauwerk im Wildpark
    • diente als Erholungsstätte für das Königspaar
    • wurde nach 1945 unterschiedlich weitergenutzt
    • seit 1990 nach aufwendigen Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen als Hotel für die Öffentlichkeit, seit 2001 Nobelhotel mit 5 Sternen

    Entenfängeretablissement

    • 1841 von L. Persius neugebaut, nachdem es 1839 durch einen Blitzschlag zerstört wurde
    • wurde genutzt als Entenfanganlage und Gastwirtschaft
    • Königspaar genoss dort die schöne Havellandschaft
    • nach 125 Jahren wurde der Entenfang eingestellt, weil die Entenfangzahlen zurückgingen
    • bis zum Anfang des 20.Jahrhunderts wohnte dort der Fasanenmeister und war zuständig für die Fasanenzucht
    • aufgrund der unsensiblen Umbauten heute nicht mehr als Persius- Bau erkennbar
    • 1936 entstand dort eine Luftkriegsschule mit Kasernenanlagen

    Die Graureiherkolonie
    Seit 1945 ist der Graureiher das Symbol des Wildparks. Wegen vorteilhafter Standortbedingungen haben Graureiher 1934 im Wildpark eine erste Brutkolonie gegründet und dann nach und nach vergrößert. Das Brutgebiet befand sich südlich der jetzigen Kolonie und nördlich der B1. Die stattliche Anzahl von 400 bis 500 Graureihern rechtfertigt auch heute noch, warum der Wildpark seit über 150 Jahren als Graureiherkolonie bezeichnet wird.

    Ausgewachsene Reiher können bis zu 90 cm groß und 100 cm lang werden und die Flügelspannbreite beträgt bis zu 160 cm. Zeitweilig wurden die Reiher gejagt, weil sie den Fischern die Fische wegnahmen und weil sie so schönen Kopfschmuck haben. Seit 1989 ist die Graureiherkolonie als Flächennaturdenkmal unter Schutz gestellt und wird fürsorglich durch den Naturschutzbund Deutschland (NABU), Kreisverband "Havelland" e.V. betreut. Die Größe der Brutkolonie beträgt ca. 3 ha. Während der Brutzeit und der Aufzucht der Jungvögel, von Februar bis August, sind Störungen im Brutgebiet untersagt. Wanderer, Besucher und Reiter dürfen nur die ausgewiesenen Wege benutzen. Seit 1989 ist die Zahl der Brutpaare mit ca. 200 Tieren konstant.

    Der Wildpark ist ein artenreiches Waldgebiet (25 Baumarten) am Rande von Potsdam, eingegrenzt von der Pirschheide auf der einen und dem Park Sanssouci auf der anderen Seite. Entstanden ist der Wildpark aus großen Teilen der Pirschheide. Der Wildpark ist ca. 870 ha groß und wurde ab 1840 von Peter Joseph Lenné als Landschaftsgärtner und Persius als Architekt der Wildparkbauten angelegt (von Lenné 1833 als Verschönerungsplan der Umgebung von Potsdam geplant).

    Angelegt wurde er für den König Friedrich Wilhelm den 4. als Hofjagdrevier, speziell zum Jagen von Rot- und Damwild. 10 Jahre nach Bestehen des Wildparks hatte sich der Wildbestand stark erhöht auf 450 Stück Rotwild, 30 Stück Damwild und etwa 20 Rehe. Der Zaun, der den Wildpark umgab war 2,5 m hoch und 12 km lang, es durften nur Bedienstete des Königs in den Wildpark hinein. Es wurden Alleen angelegt, die teilweise heute noch existieren, Wege umgestaltet, Brücken gebaut und der Wegestern mit 8 verschiedenen Alleen geschaffen.
    Weiterhin existieren im Wildpark 3 Berge:

    • Großer Entenfängerberg (82m)
    • Schäfereiberg (86m)
    • Kellerberg (63m)

    Ein Jahr nach Inbetriebnahme des Wildparks konnte der Wildmeister am Hang des Kellerbergs sein Dienstgebäude beziehen. In den Wildpark kamen die Bediensteten des Königs durch 3 Forsthaustore, welche nachfolgend beschrieben werden:

    Försteretablissement am Sanssoucitor

    • liegt nordöstlich des Wildparks
    • gebaut im Jahre 1841 – 1842 von L. Persius als Haupttor und Hauptzufahrt zum Wildpark
    • noch gut erhaltener Gebäudekomplex, wo heute die Tierklinik und das Tierheim untergebracht sind

    Försteretablissement Nord (Nordtor)

    • liegt in der Nähe des Ortsteils Kuhfort
    • gebaut im Jahre 1841 – 1842 von Ludwig Persius als Försterwohnung und als Torhaus zum Wildpark
    • Gebäude stark restaurierungsbedürftig, wird heute bewohnt von 2 Mietern

    Försteretablissement Süd (Südtor)

    • liegt unmittelbar an der B1, Brandenburger Chaussee, südöstlich des Schäfereiberges
    • gebaut im Jahre 1841 – 1842 von L. Persius
    • als Försterwohnung genutzt und als Torhaus, steht seit Jahren leer

    Wildmeisterei oder Hegemeisterei

    • liegt zentral im Wildpark
    • gebaut im Jahre 1841 – 1842 von L. Persius
    • diente als Wohnhaus für den Hegemeister und seine Familie
    • wird heute genutzt als Waldschule im unteren Bereich und als Wohnung im oberen Bereich 

    Weiterhin gab es noch Bauten, die nicht als Tore dienten sondern für andere Zwecke:

    Bayerisches Haus

    • liegt auf dem nördlichen Plateau des Schäfereiberges
    • gebaut im Jahre 1847 von Hesse als letztes Bauwerk im Wildpark
    • diente als Erholungsstätte für das Königspaar
    • wurde nach 1945 unterschiedlich weitergenutzt
    • seit 1990 nach aufwendigen Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen als Hotel für die Öffentlichkeit, seit 2001 Nobelhotel mit 5 Sternen

    Entenfängeretablissement

    • 1841 von L. Persius neugebaut, nachdem es 1839 durch einen Blitzschlag zerstört wurde
    • wurde genutzt als Entenfanganlage und Gastwirtschaft
    • Königspaar genoss dort die schöne Havellandschaft
    • nach 125 Jahren wurde der Entenfang eingestellt, weil die Entenfangzahlen zurückgingen
    • bis zum Anfang des 20.Jahrhunderts wohnte dort der Fasanenmeister und war zuständig für die Fasanenzucht
    • aufgrund der unsensiblen Umbauten heute nicht mehr als Persius- Bau erkennbar
    • 1936 entstand dort eine Luftkriegsschule mit Kasernenanlagen

    Die Graureiherkolonie
    Seit 1945 ist der Graureiher das Symbol des Wildparks. Wegen vorteilhafter Standortbedingungen haben Graureiher 1934 im Wildpark eine erste Brutkolonie gegründet und dann nach und nach vergrößert. Das Brutgebiet befand sich südlich der jetzigen Kolonie und nördlich der B1. Die stattliche Anzahl von 400 bis 500 Graureihern rechtfertigt auch heute noch, warum der Wildpark seit über 150 Jahren als Graureiherkolonie bezeichnet wird.

    Ausgewachsene Reiher können bis zu 90 cm groß und 100 cm lang werden und die Flügelspannbreite beträgt bis zu 160 cm. Zeitweilig wurden die Reiher gejagt, weil sie den Fischern die Fische wegnahmen und weil sie so schönen Kopfschmuck haben. Seit 1989 ist die Graureiherkolonie als Flächennaturdenkmal unter Schutz gestellt und wird fürsorglich durch den Naturschutzbund Deutschland (NABU), Kreisverband "Havelland" e.V. betreut. Die Größe der Brutkolonie beträgt ca. 3 ha. Während der Brutzeit und der Aufzucht der Jungvögel, von Februar bis August, sind Störungen im Brutgebiet untersagt. Wanderer, Besucher und Reiter dürfen nur die ausgewiesenen Wege benutzen. Seit 1989 ist die Zahl der Brutpaare mit ca. 200 Tieren konstant.