Glossar

Was bedeutet es, wenn ein Förster von der Kalamität im Kiefernbestand der Abteilung 1812 spricht und über eine Verjüngung nachdenkt. Die folgende Übersicht erklärt einige forstliche Fachbegriffe.

  Fachbegriff Erklärung
A Abteilung Flächeneinteilung eines Forstbetriebes. Mit ihrer Hilfe ist die Planung und Kontrolle sowie die Kartendarstellung möglich. Im Gelände sind Abteilungen durch Nummernschilder oder Steine markiert.
B Bestand Ein eigenständiger Waldteil, der sich in Struktur, Alter und Baumarten von angrenzenden Waldflächen unterscheidet.
Bestockung Damit wird der vorhandene Baumbewuchs einer Waldfläche bezeichnet.
Bestockungsgrad Ausdruck für die Bestandesdichte. Er ist das Verhältnis von tatsächlicher Grundfläche oder Holzmasse der Bäume einer Flächeneinheit z. B. Hektar zu den entsprechenden Werten der Ertragstafel.
Blöße vorübergehend waldfreie Fläche
Brusthöhen-durchmesser Durchmesser eines Baumes in 1,3 Meter Höhe
D Derbholz Oberirdische Holzmasse mit einem Durchmesser von über 7 Zentimeter mit Rinde.
Drahthose Maschendrahtschutz eines einzelnen jungen Baumes. Er hindert Tiere, wie Rehe und Hirsche daran, dem Baum zu schaden. Typische Wildschäden entstehen durch den Verbiss der Baumtriebe, dem Abnagen der Rinde (Schälen) und das Schlagen mit dem Geweih (Fegen).
Durchforstung Pflegemaßnahmen im Wald mit den wesentlichen Zielen Bestandesstabilität und Mischungsregulierung. Es erfolgt eine gezielte Förderung des Wertzuwachses durch die Pflege derjenigen Bäume, die den Endbestand bilden.
E Erschließung Die Erschließung des Waldes ermöglicht den Zugang zum Wald. Zur Erschließung gehören gut ausgebaute, in der Regel geschotterte Wege, aber auch Rückegassen.
Ertragstafel Tabelle aus der Forsteinrichtung, die dazu dient die Entwicklung eines Waldgebietes (Bestandes) hinsichtlich z. B. der Höhe, dem Durchmesser oder dem Zuwachs zu bestimmen.
F Festmeter Holzvolumen von Stammholz in Kubikmeter gemessen
Forsteinrichtung Mittelfristige, in der Regel 10-jährige Planung. Dazu werden zunächst über eine Inventur im Wald Holzvorrat und Zuwachs nach Beständen und Baumarten ermittelt. Nach diesen Daten wird der Hiebsatz festgelegt und die betrieblichen sowie waldbaulichen Ziele geplant.
Forwarder Holzerntefahrzeug, das das geerntete Holz an die Forststraße transportiert. Von dort kann es mit LKWs abtransportiert werden.
G Grundfläche Summe der Stamm-Querschnittsflächen (m2/Hektar) aller Bäume in 1,3 m Höhe.
H Harvester Moderne, fahrende, computerunterstützte Holzerntemaschine für das Fällen, Entasten, Vermessen und Zerschneiden von Bäumen
Hiebsatz Er wird durch die Forsteinrichtung festgelegt und gibt die flächenbezogene nachhaltige jährlich einschlagbare Holzmenge an.
Holzboden Dauernd zur Holzproduktion bestimmte Fläche. Dazu gehören auch Gräben, Leitungstrassen, zeitweilig unbestockte Flächen (Blößen) sowie Wege und Schneisen unter 5 Meter Breite.
K Kalamität Massive Forstschäden z. B. durch Witterungsextreme, Waldbrand oder Insekten.
Kluppe Messgerät zur Ermittlung des Baum- bzw. Stammdurchmessers.
Kronenverlichtung Verlust von Blättern oder Nadeln. Durch ein Begutachtungsverfahren wird der Waldzustand auf Probeflächen jährlich dokumentiert.
Kultur Kultur ist die jüngste Altersstufe eines Waldes, wenn er künstlich durch Saat oder Pflanzung begründet wurde. Als Kultur wird in der Forstwirtschaft ein neu begründeter Baumbestand bezeichnet, dessen Kronen sich noch nicht geschlossen haben.
Kulturpflege Die Pflege einer Kultur wird durch z. B. das Beseitigen von Konkurrenzpflanzen, durch Mäusebekämpfung und auch das Nachpflanzen ausgefallener Bäume erreicht.
M Mischbestand Bestände aus zwei oder mehr Baumarten (Mischwald). Die vorkommenden Baumarten haben je nach Häufigkeit und Verteilung Einfluss auf die ökologischen Verhältnisse.
Monokultur Großflächiger Anbau gleichaltriger Wälder mit nur einer Baumart. Monokulturen sind durch ihren einheitlichen Aufbau besonders waldbrandgefährdet und anfällig gegen Insektenbefall.
N Nachhaltigkeit Das heißt unter anderem, das das, was an Bäumen entnommen wird, auch wieder nachgepflanzt werden muss. Im Sinne der Forstwirtschaft bedeutet Nachhaltigkeit den Wald mit seinen vielfältigen Funktionen zukunftsfähig zu gestalten.
Nichtholzboden Zum Nichtholzboden gehören Waldwege, Schneisen und Schutzstreifen ab 5 Meter Breite, Holzlagerplätze, Forstbaumschulen, Wildwiesen und Wildäcker, im Wald gelegene Kiesflächen, Gewässer sowie Sümpfe und Moore.
P PEFC = Programme for Endorsement of Forest Certification Schemes
PEFC ist ein Zertifizierungssystem für nachhaltige Waldbewirtschaftung. Vorrangiges Ziel von PEFC ist die Dokumentation und Verbesserung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung im Hinblick auf ökonomische, ökologische und soziale Standards.
Pionierbaumarten Die ersten Baumarten, die sich auf Freiflächen ansiedeln. Sie sind lichtliebend und widerstandsfähig gegen natürliche Umwelteinflüsse wie Hitze, Trockenheit oder Frost. Sie besitzen besonders leichte und flugfähige Samen. Pionierbaumarten sind z. B. Birke, Aspe, Kiefer, Erle und Weide.
R Raummeter Volumenmaß für aufgesetztes Schichtholz mit Zwischenräumen in Kubikmeter gemessen.
Rückegassen Rückegassen (Rückewege) sind breite Schneisen im Wald, auf denen Rückemaschinen, Harvester und Forwarder arbeiten und fahren können.
S Schlussgrad Maß für die Bodenüberdeckung durch die Baumkronen eines Waldes. Er wird in Prozent oder durch folgende Begriffe angegeben: gedrängt, geschlossen, locker, licht, räumig.
Standort Gesamtheit der Umwelteinflüsse am Wuchsort einer Pflanze, wie Klima, Boden und Relief.
Stamm-
Nährkraftstufe
Sie bezeichnet die Ausstattung des Bodens mit Nährstoffen. Die Stufen sind wie folgt gekennzeichnet: arm (A), ziemlich arm (Z), mittel (M), kräftig (K), reich (R). Zu den Stamm-Nährkraftstufen gibt es noch Feuchtestufen. Beide zusammen beschreiben einen wichtigen Teil der Lebensbedingungen der Waldbäume und Sträucher.
Stockausschlag Damit ist die Art der Vermehrung einiger Baumarten (z. B. Eiche, Hainbuche, Linde) aus dem Baumstumpf (Stock) gemeint.
Sukzession Sie ist die Bezeichnung für eine natürliche Wiederbewaldung auf einer durch Windwurf, Waldbrand oder ähnliches entstandene Freifläche. Da auf solchen Flächen Wind, Sonne, Kälte besonders wirken, siedeln dort zuerst sogenannte Pionierbaumarten, wie Birke und Kiefer.
T Totholz Das sind abgestorbene Bäume oder Teile von Bäumen. Da Totholz ein Lebensraum zahlreicher Tiere und Pflanzen ist, werden natürliche Totholzanteile im Wald gefördert.
U Umtriebszeit Durchschnittliche Zeitdauer von der Begründung bis zur Ernte einer Baumart.
V Verjüngung Vermehrt sich ein Wald von selbst, so spricht der Förster von Naturverjüngung. Bei der künstlichen Verjüngung werden Bäume und Sträucher gesät oder gepflanzt. Dafür muss Saatgut geerntet und zu jungen Pflanzen gezogen und im zukünftigen Wald eingebracht werden. Der Aufwand gegenüber der Naturverjüngung ist sehr hoch. 
Voranbau Waldumbaumaßnahme, bei der überwiegend Laubbäume gepflanzt werden, die unter dem vorhandenen Wald geschützt aufwachsen und zukünftig den neuen Wald bilden.
Vorrat Das gegenwärtig vorhandene Derbholz eines Bestandes oder einer Summe von Beständen.
W Waldfunktionen Sie bezeichnen die Wirkungen des Waldes auf seine Umgebung. Unterschieden werden die Nutz,- Schutz- und Erholungsfunktion. Nutzung des Rohstoffes Holz, Schutz z. B. des Wassers, des Bodens, der Tier- und Pflanzenwelt, Erholung für Freizeit und Gesundheit des Menschen.
Waldgesetz Es dient dem Schutz und der Vermehrung des Waldes, der nachhaltigen Bewirtschaftung, der Förderung der Forstwirtschaft und dem Ausgleich verschiedener Interessen von Waldbesitzern, Waldnutzern und der Allgemeinheit.
Wertholz Holz mit besonders guten Eigenschaften, wie Astreinheit, großer Dicke und wenig oder keine Fehler.
Wildverbiss Fraßschäden an Bäumen und Sträuchern durch z. B. Hasen und Rehe. Starker Verbiss kann das Heranwachsen eines Waldes verhindern.
Winkelzählprobe Sie ist ein optisches Stichprobenverfahren und ermöglicht im Wald die rasche Bestimmung von Grundfläche, Baumartenmischung und Vorrat. Sie ist ein wichtiges, weit verbreitetes Stichprobenkonzept für Forstinventuren.
Z Z-Bäume = Zukunftsbäume
Bäume, die schon in jungen Jahren ausgewählt (markiert) und gefördert werden, um später Holz in bester Qualität zu liefern.
Zopf Oberer, wegen des geringen Durchmessers unverwerteter Teil des gefällten Baumes.