Bodenpanorama Bunte Buche Eberswalde
Willkommen auf der Website zum BodenPanorama!
Das BodenPanorama ermöglicht im Gelände einen 3D-Einblick in den Waldboden. Es vermittelt Ihnen die Bedeutung des Bodens als schützenswertem Naturkörper und als Lebensraum für eine vielfältige Organismengemeinschaft. Das BodenPanorama schafft Boden-Bewusstsein.
Diese Seiten helfen dabei, das am BodenPanorama Gesehene, Gefühlte und Erfasste einzuordnen. Manche Texte gehen tiefer in die wissenschaftlichen Zusammenhänge und sind vor allem für fachlich Interessierte gedacht. Sie müssen aber nicht alles lesen: Stöbern Sie einfach durch die Themen und greifen Sie sich heraus, was Sie interessiert.
Viel Freude beim Entdecken!
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Warum Waldboden?
Im Ökosystem Wald dient der Boden als Raum für vielfältige biochemische Prozesse und ist eine zentrale Schnittstelle zwischen den biotischen und abiotischen Komponenten. Seine Funktionen gehen weit über die Bereitstellung eines Standorts für Pflanzen hinaus. Als Regel- und Steuerinstanz für den Wasser-, Nährstoff- und Wärmehaushalt ist er unverzichtbar für das ökologische Gleichgewicht – und damit eine wichtige Grundlage für ein nachhaltiges Waldmanagement. Viele Waldböden tragen zudem zur Biodiversität bei, indem sie Lebensraum für zahlreiche Organismen bieten. Selbst nährstoffarme und saure Böden erfüllen wichtige ökologische Funktionen: Sie beherbergen spezialisierte, teils seltene und schützenswerte Arten, die an diese Bedingungen angepasst sind.
Vor diesem Hintergrund sollte es ein zentrales Anliegen der Umweltbildung, Natur- und Waldpädagogik sein, die vielfältigen Bodenfunktionen erfahrbar zu machen, Bewusstsein für ihre Bedeutung zu fördern und langfristig einen sorgsamen Umgang mit dem Waldboden zu unterstützen.
Die Vermittlung von Waldbodenwissen kann besonders im Rahmen von Waldführungen erfolgen. Der Waldboden mit seiner Humusauflage kann dabei als authentisches Lernobjekt dienen, das durch seine sinnliche Erfahrbarkeit eine direkte Begegnung mit ökologischen Zusammenhängen ermöglicht. Er regt zur Auseinandersetzung mit Themen wie Biodiversität, Klimaschutz, geologischen Zeiträumen und Stoffkreisläufen an. Dabei lassen sich sowohl wissenschaftliche Inhalte im Sinne der Wissenskommunikation als auch spielerische Zugänge zur Bodenwahrnehmung mit relativ einfachen Mitteln umsetzen.
Auch als Provokationsobjekt („Igitt – das ist ja Dreck!“) kann der Boden produktive Irritationen auslösen, die zur inhaltlichen Auseinandersetzung anregen. Darüber hinaus kann er als symbolischer Lerngegenstand – etwa im Sinne von „Mutter Erde“ – ganzheitliche Denk- und Lernprozesse fördern. Besonders wertvoll ist die direkte Begegnung mit dem Original – am Bodenprofil vor Ort. Solche Erfahrungen ermöglichen ein tiefgehendes Verstehen jenseits von bloßer Text- oder Bildvermittlung.
Fazit: Der Waldboden ist ein besonders geeignetes didaktisches Medium. Als Naturkörper ermöglicht er sinnliche Begegnungen und macht abstrakte geoökologische Themen konkret erfahrbar – durch Anfassen, Riechen, Hören, Sehen und sogar Schmecken. Die Nutzung von Waldböden als Lernobjekte bietet damit nicht nur einen niedrigschwelligen Zugang zu ökologischen Zusammenhängen, sondern auch eine große Chance für die Bodenkunde selbst: Durch die sinnliche Auseinandersetzung mit realen Bodenproben – etwa über Struktur, Formbarkeit, Mikroorganismen oder Geruch – wird Bodenkunde sichtbar, greifbar und erlebbar.
Im Herzen des Waldökosystems
"Waldböden bilden das Herz des Waldökosystems – in ihnen pulsiert der Kreislauf des Lebens: Organische Reste werden zersetzt, Nährstoffe freigesetzt und über feine Wurzel- und Pilzgeflechte wieder in den Kreislauf zurückgeführt. Milliarden von Mikroorganismen und Bodentieren halten diesen Stoffstrom in Bewegung und geben dem Wald seinen natürlichen Takt vor. Zugleich speichern Waldböden Wasser und Kohlenstoff und wirken damit weit über den Wald hinaus auf Klima und Landschaft. Über die engen Verbindungen zwischen Wurzeln und Pilzen entstehen Netzwerke, durch die Wasser, Nährstoffe und Informationen weitergegeben werden. Hier entscheidet sich, wie gut Bäume wachsen, wie widerstandsfähig Wälder gegenüber Trockenheit, Sturm und Schädlingsbefall sind und wie schnell sie sich nach Schäden erholen können."
Auszug aus der Infotafel am BodenPanorama
Im Ökosystem Wald dient der Boden als Raum für vielfältige biochemische Prozesse und ist eine zentrale Schnittstelle zwischen den biotischen und abiotischen Komponenten. Seine Funktionen gehen weit über die Bereitstellung eines Standorts für Pflanzen hinaus. Als Regel- und Steuerinstanz für den Wasser-, Nährstoff- und Wärmehaushalt ist er unverzichtbar für das ökologische Gleichgewicht – und damit eine wichtige Grundlage für ein nachhaltiges Waldmanagement. Viele Waldböden tragen zudem zur Biodiversität bei, indem sie Lebensraum für zahlreiche Organismen bieten. Selbst nährstoffarme und saure Böden erfüllen wichtige ökologische Funktionen: Sie beherbergen spezialisierte, teils seltene und schützenswerte Arten, die an diese Bedingungen angepasst sind.
Vor diesem Hintergrund sollte es ein zentrales Anliegen der Umweltbildung, Natur- und Waldpädagogik sein, die vielfältigen Bodenfunktionen erfahrbar zu machen, Bewusstsein für ihre Bedeutung zu fördern und langfristig einen sorgsamen Umgang mit dem Waldboden zu unterstützen.
Die Vermittlung von Waldbodenwissen kann besonders im Rahmen von Waldführungen erfolgen. Der Waldboden mit seiner Humusauflage kann dabei als authentisches Lernobjekt dienen, das durch seine sinnliche Erfahrbarkeit eine direkte Begegnung mit ökologischen Zusammenhängen ermöglicht. Er regt zur Auseinandersetzung mit Themen wie Biodiversität, Klimaschutz, geologischen Zeiträumen und Stoffkreisläufen an. Dabei lassen sich sowohl wissenschaftliche Inhalte im Sinne der Wissenskommunikation als auch spielerische Zugänge zur Bodenwahrnehmung mit relativ einfachen Mitteln umsetzen.
Auch als Provokationsobjekt („Igitt – das ist ja Dreck!“) kann der Boden produktive Irritationen auslösen, die zur inhaltlichen Auseinandersetzung anregen. Darüber hinaus kann er als symbolischer Lerngegenstand – etwa im Sinne von „Mutter Erde“ – ganzheitliche Denk- und Lernprozesse fördern. Besonders wertvoll ist die direkte Begegnung mit dem Original – am Bodenprofil vor Ort. Solche Erfahrungen ermöglichen ein tiefgehendes Verstehen jenseits von bloßer Text- oder Bildvermittlung.
Fazit: Der Waldboden ist ein besonders geeignetes didaktisches Medium. Als Naturkörper ermöglicht er sinnliche Begegnungen und macht abstrakte geoökologische Themen konkret erfahrbar – durch Anfassen, Riechen, Hören, Sehen und sogar Schmecken. Die Nutzung von Waldböden als Lernobjekte bietet damit nicht nur einen niedrigschwelligen Zugang zu ökologischen Zusammenhängen, sondern auch eine große Chance für die Bodenkunde selbst: Durch die sinnliche Auseinandersetzung mit realen Bodenproben – etwa über Struktur, Formbarkeit, Mikroorganismen oder Geruch – wird Bodenkunde sichtbar, greifbar und erlebbar.
Im Herzen des Waldökosystems
"Waldböden bilden das Herz des Waldökosystems – in ihnen pulsiert der Kreislauf des Lebens: Organische Reste werden zersetzt, Nährstoffe freigesetzt und über feine Wurzel- und Pilzgeflechte wieder in den Kreislauf zurückgeführt. Milliarden von Mikroorganismen und Bodentieren halten diesen Stoffstrom in Bewegung und geben dem Wald seinen natürlichen Takt vor. Zugleich speichern Waldböden Wasser und Kohlenstoff und wirken damit weit über den Wald hinaus auf Klima und Landschaft. Über die engen Verbindungen zwischen Wurzeln und Pilzen entstehen Netzwerke, durch die Wasser, Nährstoffe und Informationen weitergegeben werden. Hier entscheidet sich, wie gut Bäume wachsen, wie widerstandsfähig Wälder gegenüber Trockenheit, Sturm und Schädlingsbefall sind und wie schnell sie sich nach Schäden erholen können."
Auszug aus der Infotafel am BodenPanorama
Was gibt es im BodenPanorama zu sehen?
Hier werden Sie demnächst ein Panoramafoto der gesamten Bodenprofilwand vorfinden. Auf diesem Foto sind die geologischen und bodenkundlichen Besonderheiten mit Nummern gekennzeichnet, sodass Sie diese auch im Gelände leichter wiederfinden können. Zusätzlich gibt es nachfolgend Detailaufnahmen interessanter Objekte, die mit kurzen Texten erläutert werden.
Schreiben Sie uns und schicken Sie uns Fotos, wenn Sie selbst etwas Spannendes im BodenPanorama oder in seiner Umgebung entdeckt haben. Wir greifen solche Beobachtungen hier gerne auf!
Benachrichtigungen bitte an: winfried.riek@hnee.de
- Findlinge und Geschiebe
- Geschiebemergel und Geschiebelehm
- Eiskeile und andere Spuren der Eiszeit
- Humus – der lebendige Oberboden
- Wurzeln und Wurzelkanäle
- Farbkontraste im Bodenprofil
- Bodenarten – Sand, Schluff und Ton
- Bodengefüge und Bodendichte
Hier werden Sie demnächst ein Panoramafoto der gesamten Bodenprofilwand vorfinden. Auf diesem Foto sind die geologischen und bodenkundlichen Besonderheiten mit Nummern gekennzeichnet, sodass Sie diese auch im Gelände leichter wiederfinden können. Zusätzlich gibt es nachfolgend Detailaufnahmen interessanter Objekte, die mit kurzen Texten erläutert werden.
Schreiben Sie uns und schicken Sie uns Fotos, wenn Sie selbst etwas Spannendes im BodenPanorama oder in seiner Umgebung entdeckt haben. Wir greifen solche Beobachtungen hier gerne auf!
Benachrichtigungen bitte an: winfried.riek@hnee.de
- Findlinge und Geschiebe
- Geschiebemergel und Geschiebelehm
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- Humus – der lebendige Oberboden
- Wurzeln und Wurzelkanäle
- Farbkontraste im Bodenprofil
- Bodenarten – Sand, Schluff und Ton
- Bodengefüge und Bodendichte
Das Projekt BodenPanorama
Üblicherweise werden Bodengruben für Lehrzwecke in rechteckiger Form angelegt, sodass der Fokus auf eine idealtypische Profilwand von ein bis zwei Metern Breite gerichtet ist. Durch die kreisrunde Form der Grube entsteht dagegen ein räumliches Bild des Bodenprofils im Gelände. Bei einem Durchmesser von fünf Metern steht für bodenkundliche Betrachtungen eine Profilwand von rund 15 Metern Länge zur Verfügung. Das 360°-Panorama schafft eine greifbare Nähe zum Boden und lädt zum Verweilen ein. Es eröffnet einen unmittelbaren Zugang zum Boden in seinem natürlichen Umfeld und zu den dort lebenden Organismen. Boden kann hier hautnah erlebt werden – durch Er-fassen und Be-greifen im wörtlichen Sinn. Unterschiedliche Farben, Strukturen und Formen des Bodens werden unmittelbar sichtbar und fühlbar.
Die runde Form integriert sich als geschwungene und organische Form in die Landschaft und versteht sich nicht als Fremdkörper in der Geländeoberfläche und Topografie der Umgebung. Dieses Einbinden in die Landschaft wird dadurch verstärkt, dass bei der Sicherung und Einfriedung der Bodengrube auf Zäune und Pfosten verzichtet wurde. Stattdessen kam eine natürliche Barriere aus Totholz und Reisig zum Einsatz. Der Zugang in die Grube erfolgt über eine befestigte Holztreppe.
Das BodenPanorama wurde in enger Kooperation zwischen der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) und dem Landesbetrieb Forst Brandenburg (LFB) eingerichtet. Es verbindet Hochschullehre und -forschung mit Umweltbildung und lädt dazu ein, den Wald aus einer neuen Perspektive zu entdecken.
Entstehung und Eröffnung des BodenPanoramas
Im Sommer 2026 wurde die kreisrunde Grube des BodenPanoramas mit Bagger, Schaufel und viel Körperkraft von Waldarbeitern und tatkräftigen Studierenden der HNEE geschaffen. Der Aushub wurde zum natürlichen Verfüllen einer Senkenfläche verwendet. Mit Laub und Totholz wurden die Spuren der Arbeiten anschließend wieder in die Landschaft eingebunden. Als natürliche Einfriedung des BodenPanoramas wurde ein etwa 80 Zentimeter hoher Wall aus stärkeren Totholzästen kreisrund angelegt. So entstand der natürliche Eindruck eines riesigen Nestes.
Wer ist am BodenPanorama beteiligt?
Das BodenPanorama wurde fachlich von Prof. Dr. Winfried Riek (Kontakt: winfried.riek@hnee.de) initiiert und begleitet. Die praktische Umsetzung vor Ort wurde maßgeblich durch Revierleiter Albrecht Opitz vom Landesbetrieb Forst Brandenburg organisiert. An den Geländearbeiten waren Waldarbeiter des Landesforstbetriebs sowie Studierende der HNEE aus den Studiengängen Forstwirtschaft, International Forest Ecosystem Management und Sozialökologisches Waldmanagement beteiligt.
Vincent Sauer, Absolvent des Studiengangs Holzingenieurwesen und Dozent an der HNEE, konzipierte und realisierte die Treppenkonstruktion für den Einstieg. René Bechstein übernahm die Erdarbeiten mit seinem Baggerunternehmen. Die Fertigung des Aufstellers der Infotafel erfolgte im Forstbetrieb Chorin.
Auch an der vorliegenden Website arbeiten Studierende und Forschende der HNEE in unterschiedlichen Projekten und Arbeitsgruppen mit. Ziel ist es, hier sukzessiv Informationen rund um den Waldboden zusammenzutragen und einem breiten Publikum verständlich zugänglich zu machen. Die Pflege der Website erfolgt durch den Wissenstransfer des Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde (LFE) (Kontakt: wissenstransfer@lfb.brandenburg.de).
Mit dem Ausbau des Informationsangebots werden an dieser Stelle nach und nach auch weitere beteiligte Personen und Gruppen vorgestellt.
Üblicherweise werden Bodengruben für Lehrzwecke in rechteckiger Form angelegt, sodass der Fokus auf eine idealtypische Profilwand von ein bis zwei Metern Breite gerichtet ist. Durch die kreisrunde Form der Grube entsteht dagegen ein räumliches Bild des Bodenprofils im Gelände. Bei einem Durchmesser von fünf Metern steht für bodenkundliche Betrachtungen eine Profilwand von rund 15 Metern Länge zur Verfügung. Das 360°-Panorama schafft eine greifbare Nähe zum Boden und lädt zum Verweilen ein. Es eröffnet einen unmittelbaren Zugang zum Boden in seinem natürlichen Umfeld und zu den dort lebenden Organismen. Boden kann hier hautnah erlebt werden – durch Er-fassen und Be-greifen im wörtlichen Sinn. Unterschiedliche Farben, Strukturen und Formen des Bodens werden unmittelbar sichtbar und fühlbar.
Die runde Form integriert sich als geschwungene und organische Form in die Landschaft und versteht sich nicht als Fremdkörper in der Geländeoberfläche und Topografie der Umgebung. Dieses Einbinden in die Landschaft wird dadurch verstärkt, dass bei der Sicherung und Einfriedung der Bodengrube auf Zäune und Pfosten verzichtet wurde. Stattdessen kam eine natürliche Barriere aus Totholz und Reisig zum Einsatz. Der Zugang in die Grube erfolgt über eine befestigte Holztreppe.
Das BodenPanorama wurde in enger Kooperation zwischen der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) und dem Landesbetrieb Forst Brandenburg (LFB) eingerichtet. Es verbindet Hochschullehre und -forschung mit Umweltbildung und lädt dazu ein, den Wald aus einer neuen Perspektive zu entdecken.
Entstehung und Eröffnung des BodenPanoramas
Im Sommer 2026 wurde die kreisrunde Grube des BodenPanoramas mit Bagger, Schaufel und viel Körperkraft von Waldarbeitern und tatkräftigen Studierenden der HNEE geschaffen. Der Aushub wurde zum natürlichen Verfüllen einer Senkenfläche verwendet. Mit Laub und Totholz wurden die Spuren der Arbeiten anschließend wieder in die Landschaft eingebunden. Als natürliche Einfriedung des BodenPanoramas wurde ein etwa 80 Zentimeter hoher Wall aus stärkeren Totholzästen kreisrund angelegt. So entstand der natürliche Eindruck eines riesigen Nestes.
Wer ist am BodenPanorama beteiligt?
Das BodenPanorama wurde fachlich von Prof. Dr. Winfried Riek (Kontakt: winfried.riek@hnee.de) initiiert und begleitet. Die praktische Umsetzung vor Ort wurde maßgeblich durch Revierleiter Albrecht Opitz vom Landesbetrieb Forst Brandenburg organisiert. An den Geländearbeiten waren Waldarbeiter des Landesforstbetriebs sowie Studierende der HNEE aus den Studiengängen Forstwirtschaft, International Forest Ecosystem Management und Sozialökologisches Waldmanagement beteiligt.
Vincent Sauer, Absolvent des Studiengangs Holzingenieurwesen und Dozent an der HNEE, konzipierte und realisierte die Treppenkonstruktion für den Einstieg. René Bechstein übernahm die Erdarbeiten mit seinem Baggerunternehmen. Die Fertigung des Aufstellers der Infotafel erfolgte im Forstbetrieb Chorin.
Auch an der vorliegenden Website arbeiten Studierende und Forschende der HNEE in unterschiedlichen Projekten und Arbeitsgruppen mit. Ziel ist es, hier sukzessiv Informationen rund um den Waldboden zusammenzutragen und einem breiten Publikum verständlich zugänglich zu machen. Die Pflege der Website erfolgt durch den Wissenstransfer des Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde (LFE) (Kontakt: wissenstransfer@lfb.brandenburg.de).
Mit dem Ausbau des Informationsangebots werden an dieser Stelle nach und nach auch weitere beteiligte Personen und Gruppen vorgestellt.
Bunte Buche – Ein Ort mit Geschichte
Das BodenPanorama liegt etwa zwei Kilometer südlich vom Waldcampus der HNEE am historischen Standort „Bunte Buche“. Der Standort ist über die Bernauer Heerstraße oder den Wiebeckedamm gut zu erreichen. Auf Navigations-Apps ist er unter „Rastplatz Bunte Buche Schutzhütte“ zu finden. Wer heute am BodenPanorama steht, befindet sich an einem Ort, an dem sich auf engem Raum mehrere Jahrhunderte Eberswalder Wald- und Kulturgeschichte begegnen.
Die Bernauer Heerstraße war im Mittelalter eine bedeutende Verbindung zwischen der damaligen Burg Spandau und der Stadt Bernau. Von dort führte der Verkehrsweg weiter in Richtung Stettin. Was zunächst vor allem dem Transport und der Bewegung von Truppen diente, entwickelte sich zu einer wichtigen Handels- und Verkehrsverbindung durch die märkischen Wälder.
Über diesen Weg zogen im Laufe der Jahrhunderte Reisende, Händler und immer wieder auch Heere. Die Geschichte der Bernauer Heerstraße reicht von den kriegerischen Auseinandersetzungen des Dreißigjährigen Krieges über die napoleonische Zeit zu Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die jüngere Vergangenheit: Noch bis 1993 nutzten Militäreinheiten der ehemaligen sowjetischen Streitkräfte das Wegenetz des Waldes um Eberswalde. An einigen Stellen lassen sich entlang des heutigen Waldweges noch Gräben und Geländestrukturen erkennen. Sie geben eine Vorstellung davon, dass die historische Heerstraße einst deutlich breiter war als der heutige Weg.
An dieser Stelle mündet der Wiebecke-Damm in die Bernauer Heerstraße. Seinen Namen trägt er zu Ehren von Prof. Ernst Wiebecke (1863–1925), einer bedeutenden Persönlichkeit der Eberswalder Forstgeschichte. Wiebecke kam 1908 nach Eberswalde und war hier als Hochschullehrer tätig; 1923/24 stand er als Rektor an der Spitze der Forstlichen Hochschule.
Der Verlauf des Wiebecke-Damms ist allerdings wesentlich älter als sein heutiger Name. Bereits auf einer Forstkarte von 1795 ist er als sogenanntes Gestell eingezeichnet. Solche geradlinigen Wege und Schneisen dienten unter anderem der Erschließung und Gliederung des Waldes und waren Bestandteil der damaligen Jagd- und Forsteinrichtung. Viele dieser historischen Linien prägen bis heute die Struktur der Wälder in Brandenburg.
Der Name „Bunte Buche“ erinnert an einen Baum, der hier einst am Wegesrand stand: eine außergewöhnliche, mehrere Jahrhunderte alte Buche. Sie war über und über mit eingeritzten Namen, Zeichen und Inschriften bedeckt – vom Stammfuß bis hinauf in die Krone. Darunter befanden sich auch Inschriften französischer Soldaten aus der Zeit der napoleonischen Besatzung. Die Vielzahl der Einritzungen brachte der Buche wohl ihren ungewöhnlichen Namen ein – eine Art Graffiti-Wand ihrer Zeit: Wer vorbeikam, hinterließ seine Spur.
Im März 1897 wurde die Buche gefällt. Zu diesem Zeitpunkt soll der Baum bereits mehr als 300 Jahre alt gewesen sein. Ein heute im Museum Eberswalde erhaltenes Gemälde, wohl aus dem Jahr 1880, erinnert an ihn und ist möglicherweise das einzige noch erhaltene bildliche Zeugnis dieses besonderen Baumes.
So reicht die Geschichte des Ortes vom historischen Verkehrsweg über die Forstgeschichte Eberswaldes bis zur Erinnerung an diesen Baum. Das BodenPanorama fügt dieser Geschichte eine weitere, über Jahrhunderte verborgene Ebene hinzu: den Waldboden unter unseren Füßen.
Das BodenPanorama liegt etwa zwei Kilometer südlich vom Waldcampus der HNEE am historischen Standort „Bunte Buche“. Der Standort ist über die Bernauer Heerstraße oder den Wiebeckedamm gut zu erreichen. Auf Navigations-Apps ist er unter „Rastplatz Bunte Buche Schutzhütte“ zu finden. Wer heute am BodenPanorama steht, befindet sich an einem Ort, an dem sich auf engem Raum mehrere Jahrhunderte Eberswalder Wald- und Kulturgeschichte begegnen.
Die Bernauer Heerstraße war im Mittelalter eine bedeutende Verbindung zwischen der damaligen Burg Spandau und der Stadt Bernau. Von dort führte der Verkehrsweg weiter in Richtung Stettin. Was zunächst vor allem dem Transport und der Bewegung von Truppen diente, entwickelte sich zu einer wichtigen Handels- und Verkehrsverbindung durch die märkischen Wälder.
Über diesen Weg zogen im Laufe der Jahrhunderte Reisende, Händler und immer wieder auch Heere. Die Geschichte der Bernauer Heerstraße reicht von den kriegerischen Auseinandersetzungen des Dreißigjährigen Krieges über die napoleonische Zeit zu Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die jüngere Vergangenheit: Noch bis 1993 nutzten Militäreinheiten der ehemaligen sowjetischen Streitkräfte das Wegenetz des Waldes um Eberswalde. An einigen Stellen lassen sich entlang des heutigen Waldweges noch Gräben und Geländestrukturen erkennen. Sie geben eine Vorstellung davon, dass die historische Heerstraße einst deutlich breiter war als der heutige Weg.
An dieser Stelle mündet der Wiebecke-Damm in die Bernauer Heerstraße. Seinen Namen trägt er zu Ehren von Prof. Ernst Wiebecke (1863–1925), einer bedeutenden Persönlichkeit der Eberswalder Forstgeschichte. Wiebecke kam 1908 nach Eberswalde und war hier als Hochschullehrer tätig; 1923/24 stand er als Rektor an der Spitze der Forstlichen Hochschule.
Der Verlauf des Wiebecke-Damms ist allerdings wesentlich älter als sein heutiger Name. Bereits auf einer Forstkarte von 1795 ist er als sogenanntes Gestell eingezeichnet. Solche geradlinigen Wege und Schneisen dienten unter anderem der Erschließung und Gliederung des Waldes und waren Bestandteil der damaligen Jagd- und Forsteinrichtung. Viele dieser historischen Linien prägen bis heute die Struktur der Wälder in Brandenburg.
Der Name „Bunte Buche“ erinnert an einen Baum, der hier einst am Wegesrand stand: eine außergewöhnliche, mehrere Jahrhunderte alte Buche. Sie war über und über mit eingeritzten Namen, Zeichen und Inschriften bedeckt – vom Stammfuß bis hinauf in die Krone. Darunter befanden sich auch Inschriften französischer Soldaten aus der Zeit der napoleonischen Besatzung. Die Vielzahl der Einritzungen brachte der Buche wohl ihren ungewöhnlichen Namen ein – eine Art Graffiti-Wand ihrer Zeit: Wer vorbeikam, hinterließ seine Spur.
Im März 1897 wurde die Buche gefällt. Zu diesem Zeitpunkt soll der Baum bereits mehr als 300 Jahre alt gewesen sein. Ein heute im Museum Eberswalde erhaltenes Gemälde, wohl aus dem Jahr 1880, erinnert an ihn und ist möglicherweise das einzige noch erhaltene bildliche Zeugnis dieses besonderen Baumes.
So reicht die Geschichte des Ortes vom historischen Verkehrsweg über die Forstgeschichte Eberswaldes bis zur Erinnerung an diesen Baum. Das BodenPanorama fügt dieser Geschichte eine weitere, über Jahrhunderte verborgene Ebene hinzu: den Waldboden unter unseren Füßen.
Böden am Standort Bunte Buche
Am Standort Bunte Buche finden wir den in Wäldern vergleichsweise seltenen Bodentyp Fahlerde bzw. den Übergangsbodentyp Braunerde-Fahlerde. Nach der Systematik der Forstlichen Standortkartierung im nordostdeutschen Tiefland handelt es sich um die Bodenform Tieflehm-Fahlerde. Diese tritt an der Bunten Buche in zwei unterschiedlichen Ausprägungen (Feinbodenformen) auf: als Johannisberger Tieflehm-Fahlerde und als Schönholzer Tieflehm-Fahlerde. Bei der Johannisberger Tieflehm-Fahlerde ist die Bodenart im Oberboden ein schwach lehmiger Sand, bei der Schönholzer Tieflehm-Fahlerde dagegen ein Reinsand. Daraus ergeben sich Unterschiede in der Einstufung der Nährkraft, wobei der reinsandigen Variante eine etwas geringere Nährkraft zugesprochen wird. Insgesamt sind Fahlerden jedoch vergleichsweise nährstoffreiche Böden mit waldbaulich hohem Stellenwert und guten Voraussetzungen auch für anspruchsvollere Laubbaumarten.
Die Vielfalt der eiszeitlichen Ablagerungen prägt bis heute die Bodenlandschaft in Brandenburg. Am Standort Bunte Buche befinden wir uns auf einer sandig-lehmigen Ablagerung der Grundmoräne. Darauf hat sich unter anderem die Bodenform der Johannisberger Tieflehm-Fahlerde entwickelt, mit der wir uns im Folgenden näher befassen.
Vorab drei Fachbegriffe, die man auseinanderhalten sollte: die Bodenart, der Bodentyp und die Bodenform. Was sind die Unterschiede?
Die Bodenart beschreibt die Korngrößenzusammensetzung eines Bodens, also das Verhältnis von Ton-, Schluff- und Sandpartikeln. Ein Lehmboden enthält alle drei Korngrößen in ähnlichen Anteilen, wobei es Unterschiede gibt – etwa sandige, tonige oder schluffige Lehme. Die Bodenart beeinflusst maßgeblich den Wasser- und Nährstoffhaushalt.
Der Bodentyp ist ein Begriff aus der deutschen Bodenklassifikation. Er beschreibt nicht nur die Bodenart, sondern auch die bodenbildenden Prozesse, die über lange Zeit hinweg zur Entstehung des Bodens geführt haben.
Die Bodenform ist die Kombination aus Bodentyp und dem Ausgangsmaterial, aus dem sich der Boden entwickelt hat. In der forstlichen Standortkartierung wird das Ausgangsmaterial anhand der Tiefenabfolge der Bodenarten angegeben. Beispiele für Bodenformen sind Sand-Braunerde, Lehm-Fahlerde oder Tieflehm-Fahlerde.
Der verbreitetste Bodentyp in Brandenburgs Wäldern ist die Braunerde mit einem Flächenanteil von 64 Prozent. Charakteristisch für sie ist der durch Verwitterungsprozesse entstandene Verbraunungshorizont im Unterboden. Die namensgebende beige-braune Färbung der Braunerde wird vor allem durch Eisenverbindungen hervorgerufen. Eine wichtige Rolle spielt dabei das eisenhaltige Mineral Goethit, das nach dem deutschen Dichter und Naturforscher Johann Wolfgang von Goethe benannt ist.
Der am Standort Bunte Buche vorkommende Bodentyp Fahlerde ist mit einem Flächenanteil von lediglich 3 Prozent der Waldfläche deutlich seltener. Das hat auch damit zu tun, dass Fahlerden aufgrund ihrer günstigen Nährstoffverhältnisse für den Ackerbau gut geeignet sind und deshalb meist unter landwirtschaftlicher Nutzung stehen.
Der entscheidende bodenbildende Prozess, der die Fahlerde von der Braunerde unterscheidet, ist die Tonverlagerung. Dabei werden feinste Bodenpartikel, vor allem Tonminerale mit einem Durchmesser von weniger als 0,002 Millimeter, mit dem Sickerwasser aus dem Oberboden ausgewaschen und in tieferen Bodenschichten wieder angereichert. Zwar weisen auch viele Sand-Braunerden im Unterboden geringmächtige Tonanreicherungsbändchen auf (Bändersand-Braunerde); bei der Fahlerde führte die Tonverlagerung jedoch zu einem ausgeprägten und mächtigen, häufig dicht gepackten Tonanreicherungshorizont.
In Brandenburg kommen Fahlerden vor allem im Bereich der Grund- und Endmoränen der letzten Eiszeit vor. Sie haben sich häufig aus Geschiebelehm entwickelt, können aber auch aus lehmigen Geschiebesanden entstehen. Typisch für unsere Region sind zudem Übergangsformen wie die Braunerde-Fahlerde, bei der die Merkmale beider Bodentypen miteinander verbunden sind.
Am Standort Bunte Buche besteht das Ausgangsmaterial für die Bodenbildung aus Geschiebemergel und Geschiebelehm, der von einer sandigen Deckschicht, dem sogenannten Geschiebedecksand, überlagert wird. Unter diesen Voraussetzungen konnte sich die für das BodenPanorama charakteristische Braunerde-Fahlerde entwickeln. Daneben kommen in der unmittelbaren Umgebung auch reine Fahlerden sowie Braunerden vor.
Die Fahlerde – ein vergleichsweise alter Boden
Moderne und präzise Messverfahren datieren das Ende der letzten Eiszeit heute weltweit auf 11.700 Jahre vor der Gegenwart. Gleichwohl dauerte das finale Abschmelzen der teilweise von Sand überdeckten Toteisblöcke in Brandenburg noch bis etwa 10.000 Jahre vor heute an. Während des Spätglazials der Weichseleiszeit hatten sich die Gletscher zwar bereits weitgehend zurückgezogen, doch es herrschten über Jahrtausende noch Permafrostbedingungen vor. In dieser Zeit begann die Entwicklung der Fahlerden. Fahlerden werden manchmal als „Reliktböden“ bezeichnet, denn ihre wesentlichen Merkmale gehen auf Bodenbildungsprozesse zurück, die unter früheren klimatischen Bedingungen wirksam waren.
In die Phase des Spätglazials fällt auch die Entstehung des Geschiebedecksandes: Der Geschiebemergel vermischte sich im Oberboden mit aufgewehten Flugsanden. Die Durchmischung entstand durch Frosthebung und wiederholtes Auftauen und Absacken (Kryoturbation). Der Geschiebedecksand als Vermischungsprodukt steht bis heute oberflächlich an.
Zur gleichen Zeit begann die Lösung und Auswaschung des im Geschiebemergel enthaltenen Kalkes. Nach vollständiger Entkalkung des Mergels bezeichnen wir diesen als Geschiebelehm. Unter dem Geschiebedecksand finden wir heute also Geschiebelehm und weiter in der Tiefe meist noch Reste von Geschiebemergel.
Durch Tonverlagerung entwickelten sich in der frühen Bodenbildungsphase zunächst Merkmale einer Parabraunerde. Es entstand ein tonverarmter El-Horizont über einem tonangereicherten Kt-Horizont. Mit zunehmender Versauerung der Oberböden waren auch die Voraussetzungen für die Entwicklung von Braunerde und Fahlerde gegeben. Dabei konnten sich wahrscheinlich bereits im Spätglazial in den sandigen Deckzonen Bv-Horizonte ausbilden. Gleichmäßig verteiltes Eisenoxid als Hinweis auf die Verbraunungsprozesse lässt sich in ihnen laboranalytisch nachweisen. Unterhalb des Bv-Horizonts entwickelten sich der ton- und eisenverarmte (fahle) Eal-Horizont. Die Prozesse der Versauerung und Basenverarmung setzten sich im Oberboden unter wärmerem holozänem Klima und Buchen-Eichen-Mischwäldern verstärkt fort. Heute sind die Fahlerden so stark versauert, dass die Tonverlagerung zum Erliegen gekommen ist.
Einordnung in die Bodensystematik
In der deutschen Bodensystematik gehören Fahlerden zusammen mit den Parabraunerden zur Bodenklasse der Lessivés. Kennzeichnend für diese Böden ist die Lessivierung, also die bereits beschriebene Verlagerung von Ton mit dem Sickerwasser. Der Begriff leitet sich vom französischen lessivage („Auswaschung“) ab.
Der tonverarmte Bereich gliedert sich meist in einen oberen humusreicheren Horizont (Ah-Horizont) und einen darunterliegenden humusärmeren Horizont (El-Horizont bei der Parabraunerde, Eal-Horizont bei der Fahlerde). Dann folgt der tonangereicherte Kt-Horizont. Der ist bei der Fahlerde besonders kompakt und durch eingewaschene Eisen- und Humuspartikel oft rötlich bis dunkelbraun gefärbt. An den Hohlraum- und Porenwänden können sich charakteristische Ton- oder Humusbeläge bilden, die mit bloßem Auge oder mit einer Lupe als glänzende Überzüge zu erkennen sind. Häufig ist die Obergrenze des Kt-Horizontes zugleich die geologische Schichtgrenze zwischen Geschiebedecksand und Geschiebelehm. Dies ist auch bei den Fahlerden und Braunerde-Fahlerden am Standort Bunte Buche der Fall. Dadurch lässt sich der durch Lessivierung verursachte Tongehaltsunterschied zwischen Eal- und Kt-Horizont nur schwer quantifizieren.
Fahlerden unterscheiden sich von Parabraunerden im Wesentlichen durch die stärkere Oberbodenversauerung und die besonders ausgeprägte Tonverlagerung. Der Tongehaltsunterschied zwischen Tonauswaschungs- und Toneinwaschungshorizont ist bei der Fahlerde daher größer als bei der Parabraunerde. Mit zunehmender Versauerung des Oberbodens können Tonminerale sowie Eisen- und Aluminiumverbindungen stärker verwittert und verlagert werden. Dadurch können bei Fahlerden zusätzlich Prozesse der Podsolierung an Bedeutung gewinnen, bei denen organische Säuren sowie Aluminium- und Eisenverbindungen verlagert werden. Je günstiger die Voraussetzungen für die Versauerung und Entbasung des Oberbodens sind, also je schwächer die Säurepufferkapazität des Ausgangsgesteins ist, desto eher wird das Stadium der Parabraunerde überschritten und das der Fahlerde erreicht.
Typisch für Fahlerden ist außerdem die Verzahnung von Tonverarmungs- und Tonanreicherungshorizont. Der helle, tonärmere Eal-Horizont greift dabei zungenförmig in den darunterliegenden Kt-Horizont ein. In der internationalen Bodensystematik WRB (World Reference Base for Soil Resources) wird dieses Merkmal als tonguing (von englisch tongue = Zunge) bezeichnet und ist charakteristisch für den Albic Luvisol (früher Albeluvisol). Diese Verzahnung entsteht bevorzugt entlang von Wasserleitbahnen, etwa ehemaligen Wurzelkanälen, über die Tonminerale mit dem Sickerwasser verlagert wurden. Unter den Klimabedingungen Brandenburgs kann diese Entwicklung durch den jahreszeitlich stark schwankenden Wasserhaushalt begünstigt werden. Kommt es im Jahresverlauf wiederholt zu einem Abriss des Sickerwasserstroms, können sich an den Sickerwasserfronten die aus dem Oberboden herausgewaschenen Bestandteile ablagern. Dadurch kann sich die zungenförmige Verzahnung von Eal- und Kt-Horizont im Laufe der Zeit weiter verstärken.
Die Bodenhorizonte des BodenPanoramas
Am Standort Bunte Buche finden sich überwiegend Braunerde-Fahlerden, daneben aber auch Norm-Fahlerden und Norm-Braunerden. An der 15 Meter langen Profilwand des BodenPanoramas lässt sich der Geschiebedecksand als Vermischungsprodukt von Flugsand und Geschiebelehm gut erkennen und fühlen. Der Kalk des Mergels wurde durch die Sickerwässer tief ausgewaschen; an einigen Stellen steht kalkhaltiges Material aber noch in weniger als ein Meter Tiefe an und kann mit dem Salzsäuretest nachgewiesen werden. Der stark aufgehellte, ton- und humusarme Eal-Horizont über dem kräftig-braunen Kt-Horizont, dessen deutlich höherer Tongehalt sich ertasten lässt, sind heute Zeugen der einstigen Lessivierung. Zwischen humosem Oberboden (Ah-Horizont) und intensiver Auswaschungszone (Eal) lässt sich zudem ein verbraunter Horizont erkennen (Bv-Eal). Wir haben es hier also eindeutig mit dem Übergangsbodentyp der Braunerde-Fahlerde zu tun.
Die Mächtigkeiten der Bodenhorizonte können am Standort Bunte Buche sehr unterschiedlich sein. Ein häufiger Profilaufbau lautet wie folgt:
Tabelle: Horizontierung der Braunerde-Fahlerde nach Bodenkundlicher Kartieranleitung (5. / 6. Auflage) sowie forstlicher Standorterkundungsanleitung (SEA)
Kurioses zur Systematik der Fahlerde
Fahlerden sind insbesondere im Nordosten Deutschlands (Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt) verbreitet. In der 3. Auflage der Bodenkundlichen Kartieranleitung (KA3, erschienen 1982) wurde die Fahlerde nach intensiven Diskussionen in der Fachwelt nicht mehr als eigenständiger Bodentyp ausgewiesen. Zum einen war sie auf dem Gebiet der damaligen BRD kaum verbreitet, zum anderen ließ sie sich dort im Gelände diagnostisch kaum von der Parabraunerde unterscheiden. Sie wurde deshalb nur noch als Subtyp der Parabraunerde geführt. Wegen ihres verbreiteten Vorkommens in den neuen Bundesländern wurde sie in der 4. Auflage der Kartieranleitung (KA4, erschienen 1994) nach erneuten Fachdiskussionen wieder als eigenständiger Bodentyp aufgenommen. In der aktuellen KA6 (erschienen 2024) ist sie mit aktualisierten Horizontsymbolen weiterhin als Bodentyp der Klasse der Lessivés definiert. Die Ael+Bt-Verzahnung galt bis einschließlich KA5 als typisches diagnostisches Merkmal. Dieses diagnostische Merkmal ist in der aktuellen Kartieranleitung nicht mehr zu finden (und die Diskussionen halten an … ?).
Nomenklatur der forstlichen Standorterkundung
Neben der bundesweiten Bodensystematik nach der Bodenkundlichen Kartieranleitung gibt es in der Forstwirtschaft noch eine weitere, besonders für die praktische Standortbeurteilung wichtige Bodeneinordnung: das System der forstlichen Standorterkundung. In der forstlichen Standortkartierung haben sich bundeslandspezifische Methoden entwickelt. In Brandenburg und allen ostdeutschen Bundesländern wird mit der vierbändigen Standorterkundungsanleitung (SEA) gearbeitet. Hierbei stellt die Bodenform neben Klima, Wasserhaushalt, Relief und Humusform die zentrale Komponente der forstlichen Standortform dar.
Eine Bodenform besitzt einen relativ einheitlichen Aufbau der Schichten des Ausgangsmaterials (Substratfolgetyp) und der Abfolge von Bodenhorizonten (Horizontfolgetyp). Die sehr differenziert ausgewiesene Feinbodenform (früher Lokalbodenform genannt) leitet sich im Wesentlichen aus dem Horizontfolge- und Substratfolgetyp sowie aus der Entkalkungstiefe und der Körnung im B-Horizont ab. Darüber hinaus wird das geologische Alter des Ausgangsmaterials als sogenannte geologische Serie berücksichtigt. Sie wird anhand der Gesamtgehalte der Hauptnährstoffe (K, Mg, Ca und P) charakterisiert.
Die SEA unterscheidet allein in Brandenburg mehr als 500 verschiedene Feinbodenformen. Die Böden tragen so klangvolle Namen wie Sonnenburger Bändersand-Braunerde, Schönebecker Sand-Rostpodsol oder Nassenheider Sand-Humusgley. Diese Bezeichnungen geben Auskunft über die Prozesse, die zur Entstehung des Bodens geführt haben, und über das Ausgangsmaterial, aus dem sich der Boden gebildet hat. Die Ortsnamen am Anfang der Bodenbezeichnungen beziehen sich auf die Lage des sogenannten Taufprofils. Dort wurde die Feinbodenform erstmals anhand einer Bodengrube beschrieben und untersucht. Dieselbe Feinbodenform kann jedoch überall im Land auftreten und ist somit räumlich nicht auf die Region des Taufprofils beschränkt.
Dem folgenden Auszug aus dem Feinbodenformenkatalog (Band 4 der SEA) können mit dem System vertraute Fachleute entnehmen, dass sich die Johannisberger Tieflehm-Fahlerde durch folgende diagnostische Kriterien auszeichnet:
Unter dem humusangereicherten Oberboden (Ah-Horizont) folgt ein verbraunter Unterbodenhorizont (Bv) sowie der lessivierte Et- und der tonangereicherte Bt-Horizont. Es liegt eine mindestens 40 cm mächtige Schicht aus Geschiebedecksand vor, darunter folgt ein kompakter Lehmkörper, in dem meist ab einer Tiefe von etwa 80 cm bis 160 cm Kalk zu finden ist. Der Bv-Horizont ist kein reiner Sand, sondern enthält etwas Feinsubstanz (Schluff und Ton), sodass er sich leicht bindig anfühlt. Das geologische Alter ist relativ jung; das Ausgangsmaterial wurde in der letzten eiszeitlichen Phase, dem Pommerschen Stadium der Weichselkaltzeit, abgelagert. Entsprechend hoch sind die verwitterbaren Gehalte an K, Mg, Ca und P im Ausgangsmaterial (C-Horizont). Ein Standort mit diesem Boden wird mit Blick auf die Nährstoffausstattung als besonders kräftig (K1) eingestuft.
Abbildung: Auszug aus Band 4 der SEA95 zur Definition der Tieflehm-Fahlerden
Am Standort Bunte Buche finden wir den in Wäldern vergleichsweise seltenen Bodentyp Fahlerde bzw. den Übergangsbodentyp Braunerde-Fahlerde. Nach der Systematik der Forstlichen Standortkartierung im nordostdeutschen Tiefland handelt es sich um die Bodenform Tieflehm-Fahlerde. Diese tritt an der Bunten Buche in zwei unterschiedlichen Ausprägungen (Feinbodenformen) auf: als Johannisberger Tieflehm-Fahlerde und als Schönholzer Tieflehm-Fahlerde. Bei der Johannisberger Tieflehm-Fahlerde ist die Bodenart im Oberboden ein schwach lehmiger Sand, bei der Schönholzer Tieflehm-Fahlerde dagegen ein Reinsand. Daraus ergeben sich Unterschiede in der Einstufung der Nährkraft, wobei der reinsandigen Variante eine etwas geringere Nährkraft zugesprochen wird. Insgesamt sind Fahlerden jedoch vergleichsweise nährstoffreiche Böden mit waldbaulich hohem Stellenwert und guten Voraussetzungen auch für anspruchsvollere Laubbaumarten.
Die Vielfalt der eiszeitlichen Ablagerungen prägt bis heute die Bodenlandschaft in Brandenburg. Am Standort Bunte Buche befinden wir uns auf einer sandig-lehmigen Ablagerung der Grundmoräne. Darauf hat sich unter anderem die Bodenform der Johannisberger Tieflehm-Fahlerde entwickelt, mit der wir uns im Folgenden näher befassen.
Vorab drei Fachbegriffe, die man auseinanderhalten sollte: die Bodenart, der Bodentyp und die Bodenform. Was sind die Unterschiede?
Die Bodenart beschreibt die Korngrößenzusammensetzung eines Bodens, also das Verhältnis von Ton-, Schluff- und Sandpartikeln. Ein Lehmboden enthält alle drei Korngrößen in ähnlichen Anteilen, wobei es Unterschiede gibt – etwa sandige, tonige oder schluffige Lehme. Die Bodenart beeinflusst maßgeblich den Wasser- und Nährstoffhaushalt.
Der Bodentyp ist ein Begriff aus der deutschen Bodenklassifikation. Er beschreibt nicht nur die Bodenart, sondern auch die bodenbildenden Prozesse, die über lange Zeit hinweg zur Entstehung des Bodens geführt haben.
Die Bodenform ist die Kombination aus Bodentyp und dem Ausgangsmaterial, aus dem sich der Boden entwickelt hat. In der forstlichen Standortkartierung wird das Ausgangsmaterial anhand der Tiefenabfolge der Bodenarten angegeben. Beispiele für Bodenformen sind Sand-Braunerde, Lehm-Fahlerde oder Tieflehm-Fahlerde.
Der verbreitetste Bodentyp in Brandenburgs Wäldern ist die Braunerde mit einem Flächenanteil von 64 Prozent. Charakteristisch für sie ist der durch Verwitterungsprozesse entstandene Verbraunungshorizont im Unterboden. Die namensgebende beige-braune Färbung der Braunerde wird vor allem durch Eisenverbindungen hervorgerufen. Eine wichtige Rolle spielt dabei das eisenhaltige Mineral Goethit, das nach dem deutschen Dichter und Naturforscher Johann Wolfgang von Goethe benannt ist.
Der am Standort Bunte Buche vorkommende Bodentyp Fahlerde ist mit einem Flächenanteil von lediglich 3 Prozent der Waldfläche deutlich seltener. Das hat auch damit zu tun, dass Fahlerden aufgrund ihrer günstigen Nährstoffverhältnisse für den Ackerbau gut geeignet sind und deshalb meist unter landwirtschaftlicher Nutzung stehen.
Der entscheidende bodenbildende Prozess, der die Fahlerde von der Braunerde unterscheidet, ist die Tonverlagerung. Dabei werden feinste Bodenpartikel, vor allem Tonminerale mit einem Durchmesser von weniger als 0,002 Millimeter, mit dem Sickerwasser aus dem Oberboden ausgewaschen und in tieferen Bodenschichten wieder angereichert. Zwar weisen auch viele Sand-Braunerden im Unterboden geringmächtige Tonanreicherungsbändchen auf (Bändersand-Braunerde); bei der Fahlerde führte die Tonverlagerung jedoch zu einem ausgeprägten und mächtigen, häufig dicht gepackten Tonanreicherungshorizont.
In Brandenburg kommen Fahlerden vor allem im Bereich der Grund- und Endmoränen der letzten Eiszeit vor. Sie haben sich häufig aus Geschiebelehm entwickelt, können aber auch aus lehmigen Geschiebesanden entstehen. Typisch für unsere Region sind zudem Übergangsformen wie die Braunerde-Fahlerde, bei der die Merkmale beider Bodentypen miteinander verbunden sind.
Am Standort Bunte Buche besteht das Ausgangsmaterial für die Bodenbildung aus Geschiebemergel und Geschiebelehm, der von einer sandigen Deckschicht, dem sogenannten Geschiebedecksand, überlagert wird. Unter diesen Voraussetzungen konnte sich die für das BodenPanorama charakteristische Braunerde-Fahlerde entwickeln. Daneben kommen in der unmittelbaren Umgebung auch reine Fahlerden sowie Braunerden vor.
Die Fahlerde – ein vergleichsweise alter Boden
Moderne und präzise Messverfahren datieren das Ende der letzten Eiszeit heute weltweit auf 11.700 Jahre vor der Gegenwart. Gleichwohl dauerte das finale Abschmelzen der teilweise von Sand überdeckten Toteisblöcke in Brandenburg noch bis etwa 10.000 Jahre vor heute an. Während des Spätglazials der Weichseleiszeit hatten sich die Gletscher zwar bereits weitgehend zurückgezogen, doch es herrschten über Jahrtausende noch Permafrostbedingungen vor. In dieser Zeit begann die Entwicklung der Fahlerden. Fahlerden werden manchmal als „Reliktböden“ bezeichnet, denn ihre wesentlichen Merkmale gehen auf Bodenbildungsprozesse zurück, die unter früheren klimatischen Bedingungen wirksam waren.
In die Phase des Spätglazials fällt auch die Entstehung des Geschiebedecksandes: Der Geschiebemergel vermischte sich im Oberboden mit aufgewehten Flugsanden. Die Durchmischung entstand durch Frosthebung und wiederholtes Auftauen und Absacken (Kryoturbation). Der Geschiebedecksand als Vermischungsprodukt steht bis heute oberflächlich an.
Zur gleichen Zeit begann die Lösung und Auswaschung des im Geschiebemergel enthaltenen Kalkes. Nach vollständiger Entkalkung des Mergels bezeichnen wir diesen als Geschiebelehm. Unter dem Geschiebedecksand finden wir heute also Geschiebelehm und weiter in der Tiefe meist noch Reste von Geschiebemergel.
Durch Tonverlagerung entwickelten sich in der frühen Bodenbildungsphase zunächst Merkmale einer Parabraunerde. Es entstand ein tonverarmter El-Horizont über einem tonangereicherten Kt-Horizont. Mit zunehmender Versauerung der Oberböden waren auch die Voraussetzungen für die Entwicklung von Braunerde und Fahlerde gegeben. Dabei konnten sich wahrscheinlich bereits im Spätglazial in den sandigen Deckzonen Bv-Horizonte ausbilden. Gleichmäßig verteiltes Eisenoxid als Hinweis auf die Verbraunungsprozesse lässt sich in ihnen laboranalytisch nachweisen. Unterhalb des Bv-Horizonts entwickelten sich der ton- und eisenverarmte (fahle) Eal-Horizont. Die Prozesse der Versauerung und Basenverarmung setzten sich im Oberboden unter wärmerem holozänem Klima und Buchen-Eichen-Mischwäldern verstärkt fort. Heute sind die Fahlerden so stark versauert, dass die Tonverlagerung zum Erliegen gekommen ist.
Einordnung in die Bodensystematik
In der deutschen Bodensystematik gehören Fahlerden zusammen mit den Parabraunerden zur Bodenklasse der Lessivés. Kennzeichnend für diese Böden ist die Lessivierung, also die bereits beschriebene Verlagerung von Ton mit dem Sickerwasser. Der Begriff leitet sich vom französischen lessivage („Auswaschung“) ab.
Der tonverarmte Bereich gliedert sich meist in einen oberen humusreicheren Horizont (Ah-Horizont) und einen darunterliegenden humusärmeren Horizont (El-Horizont bei der Parabraunerde, Eal-Horizont bei der Fahlerde). Dann folgt der tonangereicherte Kt-Horizont. Der ist bei der Fahlerde besonders kompakt und durch eingewaschene Eisen- und Humuspartikel oft rötlich bis dunkelbraun gefärbt. An den Hohlraum- und Porenwänden können sich charakteristische Ton- oder Humusbeläge bilden, die mit bloßem Auge oder mit einer Lupe als glänzende Überzüge zu erkennen sind. Häufig ist die Obergrenze des Kt-Horizontes zugleich die geologische Schichtgrenze zwischen Geschiebedecksand und Geschiebelehm. Dies ist auch bei den Fahlerden und Braunerde-Fahlerden am Standort Bunte Buche der Fall. Dadurch lässt sich der durch Lessivierung verursachte Tongehaltsunterschied zwischen Eal- und Kt-Horizont nur schwer quantifizieren.
Fahlerden unterscheiden sich von Parabraunerden im Wesentlichen durch die stärkere Oberbodenversauerung und die besonders ausgeprägte Tonverlagerung. Der Tongehaltsunterschied zwischen Tonauswaschungs- und Toneinwaschungshorizont ist bei der Fahlerde daher größer als bei der Parabraunerde. Mit zunehmender Versauerung des Oberbodens können Tonminerale sowie Eisen- und Aluminiumverbindungen stärker verwittert und verlagert werden. Dadurch können bei Fahlerden zusätzlich Prozesse der Podsolierung an Bedeutung gewinnen, bei denen organische Säuren sowie Aluminium- und Eisenverbindungen verlagert werden. Je günstiger die Voraussetzungen für die Versauerung und Entbasung des Oberbodens sind, also je schwächer die Säurepufferkapazität des Ausgangsgesteins ist, desto eher wird das Stadium der Parabraunerde überschritten und das der Fahlerde erreicht.
Typisch für Fahlerden ist außerdem die Verzahnung von Tonverarmungs- und Tonanreicherungshorizont. Der helle, tonärmere Eal-Horizont greift dabei zungenförmig in den darunterliegenden Kt-Horizont ein. In der internationalen Bodensystematik WRB (World Reference Base for Soil Resources) wird dieses Merkmal als tonguing (von englisch tongue = Zunge) bezeichnet und ist charakteristisch für den Albic Luvisol (früher Albeluvisol). Diese Verzahnung entsteht bevorzugt entlang von Wasserleitbahnen, etwa ehemaligen Wurzelkanälen, über die Tonminerale mit dem Sickerwasser verlagert wurden. Unter den Klimabedingungen Brandenburgs kann diese Entwicklung durch den jahreszeitlich stark schwankenden Wasserhaushalt begünstigt werden. Kommt es im Jahresverlauf wiederholt zu einem Abriss des Sickerwasserstroms, können sich an den Sickerwasserfronten die aus dem Oberboden herausgewaschenen Bestandteile ablagern. Dadurch kann sich die zungenförmige Verzahnung von Eal- und Kt-Horizont im Laufe der Zeit weiter verstärken.
Die Bodenhorizonte des BodenPanoramas
Am Standort Bunte Buche finden sich überwiegend Braunerde-Fahlerden, daneben aber auch Norm-Fahlerden und Norm-Braunerden. An der 15 Meter langen Profilwand des BodenPanoramas lässt sich der Geschiebedecksand als Vermischungsprodukt von Flugsand und Geschiebelehm gut erkennen und fühlen. Der Kalk des Mergels wurde durch die Sickerwässer tief ausgewaschen; an einigen Stellen steht kalkhaltiges Material aber noch in weniger als ein Meter Tiefe an und kann mit dem Salzsäuretest nachgewiesen werden. Der stark aufgehellte, ton- und humusarme Eal-Horizont über dem kräftig-braunen Kt-Horizont, dessen deutlich höherer Tongehalt sich ertasten lässt, sind heute Zeugen der einstigen Lessivierung. Zwischen humosem Oberboden (Ah-Horizont) und intensiver Auswaschungszone (Eal) lässt sich zudem ein verbraunter Horizont erkennen (Bv-Eal). Wir haben es hier also eindeutig mit dem Übergangsbodentyp der Braunerde-Fahlerde zu tun.
Die Mächtigkeiten der Bodenhorizonte können am Standort Bunte Buche sehr unterschiedlich sein. Ein häufiger Profilaufbau lautet wie folgt:
Tabelle: Horizontierung der Braunerde-Fahlerde nach Bodenkundlicher Kartieranleitung (5. / 6. Auflage) sowie forstlicher Standorterkundungsanleitung (SEA)
Kurioses zur Systematik der Fahlerde
Fahlerden sind insbesondere im Nordosten Deutschlands (Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt) verbreitet. In der 3. Auflage der Bodenkundlichen Kartieranleitung (KA3, erschienen 1982) wurde die Fahlerde nach intensiven Diskussionen in der Fachwelt nicht mehr als eigenständiger Bodentyp ausgewiesen. Zum einen war sie auf dem Gebiet der damaligen BRD kaum verbreitet, zum anderen ließ sie sich dort im Gelände diagnostisch kaum von der Parabraunerde unterscheiden. Sie wurde deshalb nur noch als Subtyp der Parabraunerde geführt. Wegen ihres verbreiteten Vorkommens in den neuen Bundesländern wurde sie in der 4. Auflage der Kartieranleitung (KA4, erschienen 1994) nach erneuten Fachdiskussionen wieder als eigenständiger Bodentyp aufgenommen. In der aktuellen KA6 (erschienen 2024) ist sie mit aktualisierten Horizontsymbolen weiterhin als Bodentyp der Klasse der Lessivés definiert. Die Ael+Bt-Verzahnung galt bis einschließlich KA5 als typisches diagnostisches Merkmal. Dieses diagnostische Merkmal ist in der aktuellen Kartieranleitung nicht mehr zu finden (und die Diskussionen halten an … ?).
Nomenklatur der forstlichen Standorterkundung
Neben der bundesweiten Bodensystematik nach der Bodenkundlichen Kartieranleitung gibt es in der Forstwirtschaft noch eine weitere, besonders für die praktische Standortbeurteilung wichtige Bodeneinordnung: das System der forstlichen Standorterkundung. In der forstlichen Standortkartierung haben sich bundeslandspezifische Methoden entwickelt. In Brandenburg und allen ostdeutschen Bundesländern wird mit der vierbändigen Standorterkundungsanleitung (SEA) gearbeitet. Hierbei stellt die Bodenform neben Klima, Wasserhaushalt, Relief und Humusform die zentrale Komponente der forstlichen Standortform dar.
Eine Bodenform besitzt einen relativ einheitlichen Aufbau der Schichten des Ausgangsmaterials (Substratfolgetyp) und der Abfolge von Bodenhorizonten (Horizontfolgetyp). Die sehr differenziert ausgewiesene Feinbodenform (früher Lokalbodenform genannt) leitet sich im Wesentlichen aus dem Horizontfolge- und Substratfolgetyp sowie aus der Entkalkungstiefe und der Körnung im B-Horizont ab. Darüber hinaus wird das geologische Alter des Ausgangsmaterials als sogenannte geologische Serie berücksichtigt. Sie wird anhand der Gesamtgehalte der Hauptnährstoffe (K, Mg, Ca und P) charakterisiert.
Die SEA unterscheidet allein in Brandenburg mehr als 500 verschiedene Feinbodenformen. Die Böden tragen so klangvolle Namen wie Sonnenburger Bändersand-Braunerde, Schönebecker Sand-Rostpodsol oder Nassenheider Sand-Humusgley. Diese Bezeichnungen geben Auskunft über die Prozesse, die zur Entstehung des Bodens geführt haben, und über das Ausgangsmaterial, aus dem sich der Boden gebildet hat. Die Ortsnamen am Anfang der Bodenbezeichnungen beziehen sich auf die Lage des sogenannten Taufprofils. Dort wurde die Feinbodenform erstmals anhand einer Bodengrube beschrieben und untersucht. Dieselbe Feinbodenform kann jedoch überall im Land auftreten und ist somit räumlich nicht auf die Region des Taufprofils beschränkt.
Dem folgenden Auszug aus dem Feinbodenformenkatalog (Band 4 der SEA) können mit dem System vertraute Fachleute entnehmen, dass sich die Johannisberger Tieflehm-Fahlerde durch folgende diagnostische Kriterien auszeichnet:
Unter dem humusangereicherten Oberboden (Ah-Horizont) folgt ein verbraunter Unterbodenhorizont (Bv) sowie der lessivierte Et- und der tonangereicherte Bt-Horizont. Es liegt eine mindestens 40 cm mächtige Schicht aus Geschiebedecksand vor, darunter folgt ein kompakter Lehmkörper, in dem meist ab einer Tiefe von etwa 80 cm bis 160 cm Kalk zu finden ist. Der Bv-Horizont ist kein reiner Sand, sondern enthält etwas Feinsubstanz (Schluff und Ton), sodass er sich leicht bindig anfühlt. Das geologische Alter ist relativ jung; das Ausgangsmaterial wurde in der letzten eiszeitlichen Phase, dem Pommerschen Stadium der Weichselkaltzeit, abgelagert. Entsprechend hoch sind die verwitterbaren Gehalte an K, Mg, Ca und P im Ausgangsmaterial (C-Horizont). Ein Standort mit diesem Boden wird mit Blick auf die Nährstoffausstattung als besonders kräftig (K1) eingestuft.
Abbildung: Auszug aus Band 4 der SEA95 zur Definition der Tieflehm-Fahlerden
Lernen und Lehren am BodenPanorama
Das BodenPanorama eignet als Lernort für Schülerinnen und Schüler der höheren Klassenstufen, insbesondere für die Fächer Geografie und Biologie sowie im Rahmen fachlich begleiteter Wald- und Naturführungen.
Für die Hochschullehre gibt es vielfältige Möglichkeiten am Standort Bunte Buche. Der Standort ist bodenkundlich gut untersucht und in der unmittelbaren Umgebung befinden sich weitere Bodengruben mit teilweise anderen Bodentypen. Das eröffnet interessante Möglichkeiten für Geländeübungen und Führungen, beispielsweise auch im Rahmen von Waldpädagogikkursen.
Im Rahmen von Tagungen, Projekttreffen oder Pressegesprächen kann das BodenPanorama gut für einen Geländetermin genutzt und aufgesucht werden – nicht zuletzt, weil die Bunte Buche mit ihrer Schutzhütte ein sympathischer Aufenthaltsort ist. Hier lassen sich Besonderheiten der Böden und Waldstandorte in Brandenburg anschaulich vermitteln, beispielsweise im Zusammenhang mit Klimaanpassung und Landschaftswasserhaushalt.
Weitere Zielgruppen im forstlichen Bereich sind Kleinprivatwaldbesitzende, Försterinnen und Förster, Mitarbeitende von Forstverwaltungen und forstlichen Zusammenschlüssen, Auszubildende in der Forstwirtschaft, Referendarinnen und Referendare sowie Anwärterinnen und Anwärter, Wald- und Umweltpädagoginnen und -pädagogen sowie Akteure aus Naturschutz und Umweltbildung. Für diese Gruppen kann das BodenPanorama ein guter Ausgangspunkt und Einstieg in fachlich begleitete Exkursionen sein.
Das BodenPanorama eignet als Lernort für Schülerinnen und Schüler der höheren Klassenstufen, insbesondere für die Fächer Geografie und Biologie sowie im Rahmen fachlich begleiteter Wald- und Naturführungen.
Für die Hochschullehre gibt es vielfältige Möglichkeiten am Standort Bunte Buche. Der Standort ist bodenkundlich gut untersucht und in der unmittelbaren Umgebung befinden sich weitere Bodengruben mit teilweise anderen Bodentypen. Das eröffnet interessante Möglichkeiten für Geländeübungen und Führungen, beispielsweise auch im Rahmen von Waldpädagogikkursen.
Im Rahmen von Tagungen, Projekttreffen oder Pressegesprächen kann das BodenPanorama gut für einen Geländetermin genutzt und aufgesucht werden – nicht zuletzt, weil die Bunte Buche mit ihrer Schutzhütte ein sympathischer Aufenthaltsort ist. Hier lassen sich Besonderheiten der Böden und Waldstandorte in Brandenburg anschaulich vermitteln, beispielsweise im Zusammenhang mit Klimaanpassung und Landschaftswasserhaushalt.
Weitere Zielgruppen im forstlichen Bereich sind Kleinprivatwaldbesitzende, Försterinnen und Förster, Mitarbeitende von Forstverwaltungen und forstlichen Zusammenschlüssen, Auszubildende in der Forstwirtschaft, Referendarinnen und Referendare sowie Anwärterinnen und Anwärter, Wald- und Umweltpädagoginnen und -pädagogen sowie Akteure aus Naturschutz und Umweltbildung. Für diese Gruppen kann das BodenPanorama ein guter Ausgangspunkt und Einstieg in fachlich begleitete Exkursionen sein.
Forschen am BodenPanorama
Hier wird über spannende Forschungsaktivitäten am Standort Bunte Buche berichtet.
- Erstes Beispiel: Bioakustik – Bodenlebewesen melden sich zu Wort
- Zweites Beispiel: Bildauswertung – Mit der Kamera Humus aufspüren
- Drittes Beispiel: Eine Standort-App mit Fibel für die praktische Anwendung im Wald
<in Bearbeitung>
Hier wird über spannende Forschungsaktivitäten am Standort Bunte Buche berichtet.
- Erstes Beispiel: Bioakustik – Bodenlebewesen melden sich zu Wort
- Zweites Beispiel: Bildauswertung – Mit der Kamera Humus aufspüren
- Drittes Beispiel: Eine Standort-App mit Fibel für die praktische Anwendung im Wald
<in Bearbeitung>
Wie geht es weiter?
Gesunde Waldböden mit intakten Stoffkreisläufen sind eine wesentliche Grundlage für stabile und nachhaltige Wälder. Sie versorgen die Bäume mit Wasser und Nährstoffen, speichern Kohlenstoff und tragen zur biologischen Vielfalt bei. Der Schutz der Böden und der Erhalt ihrer natürlichen Fruchtbarkeit gehören deshalb zu den wichtigen Aufgaben einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung.
Die Forstwirtschaft kann dazu auf vielfältige Weise beitragen: durch eine standortgerechte Baumartenwahl, die Vermeidung von Bodenverdichtung, ausgeglichene Nährstoffbilanzen bei der Holzernte und die Förderung der biologischen Aktivität des Bodens. Auch gewinnen Maßnahmen zum Wasserrückhalt im Boden unter den Bedingungen des Klimawandels zunehmend an Bedeutung für den Landschaftswasserhaushalt.
Voraussetzung für entsprechende lokale Entscheidungen ist ein gutes Verständnis des jeweiligen Waldstandorts. Standortdaten können dabei helfen, die Eigenschaften und Grenzen eines Waldes besser zu erkennen und die Bewirtschaftung daran auszurichten. Gerade für Kleinprivatwaldbesitzende, die in Brandenburg rund 100.000 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer umfassen (MLEUV 2025), sind solche Informationen jedoch nicht immer leicht zugänglich.
Hier setzte das Forschungsverbundprojekt „Standortgerechtes Waldmanagement im Kleinprivatwald – Klima, Nährstoffe, Wasserhaushalt (StWM-KPW)“ an, an dem auch die HNEE und das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE) beteiligt waren. Im Projekt wurde eine digitale Standort-App entwickelt, mit der sich standortbezogene Informationen zu Klima, Boden, Wasserhaushalt und Nährstoffausstattung erschließen lassen. Sie unterstützt dabei, geeignete Baumarten für den jeweiligen Standort zu beurteilen und die Auswirkungen einer Holznutzung auf den Nährstoffhaushalt einzuschätzen.
Die App wird durch die „Kleine Standortfibel“ ergänzt. Sie soll boden- und standortkundliche Zusammenhänge verständlich erklären und damit insbesondere Menschen ohne bodenkundliche Vorkenntnisse dabei unterstützen, den eigenen Waldstandort besser zu verstehen und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Damit setzt sich eine Idee des BodenPanoramas über den konkreten Ort hinaus fort: Waldboden soll nicht nur sichtbar und begreifbar werden, sondern durch das Verständnis seiner Eigenschaften und ökologischen Funktionen zu einem verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit ihm beitragen.
Weitere Infos zur Standort-App & Fibel folgen 2027.
Gesunde Waldböden mit intakten Stoffkreisläufen sind eine wesentliche Grundlage für stabile und nachhaltige Wälder. Sie versorgen die Bäume mit Wasser und Nährstoffen, speichern Kohlenstoff und tragen zur biologischen Vielfalt bei. Der Schutz der Böden und der Erhalt ihrer natürlichen Fruchtbarkeit gehören deshalb zu den wichtigen Aufgaben einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung.
Die Forstwirtschaft kann dazu auf vielfältige Weise beitragen: durch eine standortgerechte Baumartenwahl, die Vermeidung von Bodenverdichtung, ausgeglichene Nährstoffbilanzen bei der Holzernte und die Förderung der biologischen Aktivität des Bodens. Auch gewinnen Maßnahmen zum Wasserrückhalt im Boden unter den Bedingungen des Klimawandels zunehmend an Bedeutung für den Landschaftswasserhaushalt.
Voraussetzung für entsprechende lokale Entscheidungen ist ein gutes Verständnis des jeweiligen Waldstandorts. Standortdaten können dabei helfen, die Eigenschaften und Grenzen eines Waldes besser zu erkennen und die Bewirtschaftung daran auszurichten. Gerade für Kleinprivatwaldbesitzende, die in Brandenburg rund 100.000 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer umfassen (MLEUV 2025), sind solche Informationen jedoch nicht immer leicht zugänglich.
Hier setzte das Forschungsverbundprojekt „Standortgerechtes Waldmanagement im Kleinprivatwald – Klima, Nährstoffe, Wasserhaushalt (StWM-KPW)“ an, an dem auch die HNEE und das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE) beteiligt waren. Im Projekt wurde eine digitale Standort-App entwickelt, mit der sich standortbezogene Informationen zu Klima, Boden, Wasserhaushalt und Nährstoffausstattung erschließen lassen. Sie unterstützt dabei, geeignete Baumarten für den jeweiligen Standort zu beurteilen und die Auswirkungen einer Holznutzung auf den Nährstoffhaushalt einzuschätzen.
Die App wird durch die „Kleine Standortfibel“ ergänzt. Sie soll boden- und standortkundliche Zusammenhänge verständlich erklären und damit insbesondere Menschen ohne bodenkundliche Vorkenntnisse dabei unterstützen, den eigenen Waldstandort besser zu verstehen und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Damit setzt sich eine Idee des BodenPanoramas über den konkreten Ort hinaus fort: Waldboden soll nicht nur sichtbar und begreifbar werden, sondern durch das Verständnis seiner Eigenschaften und ökologischen Funktionen zu einem verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit ihm beitragen.
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