Waldmuseum Stendenitz

Waldmuseum Stendenitz
Waldmuseum Stendenitz

Inmitten der Ruppiner Schweiz befindet sich am Zermützelsee das traditionsreiche, vermutlich älteste Waldmuseum seiner Art in Deutschland. Es gibt Einblicke in den Lebensraum Wald und in die heimische Tierwelt. Begeben Sie sich auf eine kleine Expedition und entdecken den Lebensraum Wald. Nehmen Sie zum Stöbern Platz am historischen Sekretär, hören Sie Geschichten aus vergangener Zeit, gehen Sie auf Spurensuche, erleben Sie nächtlichen Waldzauber und kommen verborgenen Tieren ganz nah.

Die reizvollen Wälder und Seen eignen sich ausgezeichnet zur Freizeit- oder Urlaubsgestaltung. Die Umgebung des Museums bietet reichlich Gelegenheit zum wandern. In unmittelbarer Nähe des Waldmuseums befinden sich Campingplätze mit Badestellen und eine Waldgaststätte. Außerdem ist der Tierpark Kunsterspring nur wenige Kilometer entfernt.

  • Öffnungszeiten und Preise

    Mittwoch bis Sonntag
    10 bis 17 Uhr

    Extraschließzeiten 2019:

    • 18. September
    • 19. September
    • letzter Öffnungstag der Saison: 29. September

    Schulkassen können nach Terminabsprache das Museum auch außerhalb der Saison und stets kostenfrei besuchen!

    Eintritt:
    Erwachsene: 2 Euro
    Kinder (4 bis 16 Jahre): 1 Euro

    Mittwoch bis Sonntag
    10 bis 17 Uhr

    Extraschließzeiten 2019:

    • 18. September
    • 19. September
    • letzter Öffnungstag der Saison: 29. September

    Schulkassen können nach Terminabsprache das Museum auch außerhalb der Saison und stets kostenfrei besuchen!

    Eintritt:
    Erwachsene: 2 Euro
    Kinder (4 bis 16 Jahre): 1 Euro

  • Geschichtliche Entwicklung

    Von einer Sammlung zum Museum

    Das Waldmuseum Stendenitz wurde 1936 eröffnet. Gründer und Initiator war Hans Zander, der von 1929 bis 1944 Förster im Revier Rottstiel des Forstamtes Alt Ruppin war. Als aufmerksamer Beobachter im Wald, sammelte er viele interessante und kuriose Dinge der Natur. Als die umfangreichen Sammlungen sein Anwesen zu sprengen drohten, bekam er das Angebot zur Nutzung eines Holzhäuschens nahe der Waldschänke Stendenitz. An diesem Ort wurde mit finanzieller Unterstützung des Gastwirtes Grothe und anderer Sponsoren durch die Forstbehörde ein schilfgedecktes Blockhaus im russischen Stile errichtet und 1936 mit der Ausstellung „Dein Wald“ eingeweiht. Um alle Sammlungen präsentieren zu können, erfolgte ein Jahr später die Erweiterung des Gebäudes. Nach Versetzung Hans Zanders in eine andere Dienststelle ging die ursprüngliche Sammlung 1944 verloren.

    Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg

    Nach Kriegsende nutzte man das Blockhaus als Pferdestall, Flüchtlingsheim und Ferienlager. Anlässlich einer Neuruppiner Naturschutztagung im Jahre 1951 entstand die Idee, in dem  Gebäude des Waldmuseums wieder eine Ausstellung aufzubauen. Der damalige Revierförster Willi Berger übernahm diese Aufgabe. Rekonstruiert und mit naturkundlichen Gegenständen bestückt, erfolgte 1957 die Wiedereröffnung und Integration in das Heimatmuseum Neuruppin. Die Ausstellung wurde 1959, 1967 und 1983 überarbeitet und gab einen Überblick über die in der Ruppiner Schweiz vorhandenen Waldtypen mit der dazugehörenden Tier- und Pflanzenwelt. Weiterhin bekam man einen Einblick in die Forstwirtschaft, die Holznutzung, die Jagd und den Naturschutz. Die Themen wurden unter anderem mit Pflanzen- und Tierpräparaten, Jagdwaffen, Jagdgeräten, Fotos und grafischen Darstellungen veranschaulicht.

    Veränderungen nach 1995

    Der „Historische Verein der Grafschaft Ruppin e.V.“ entwickelte 1995 mit dem Heimatmuseum Neuruppin eine neue Ausstellung. Mit Unterstützung regionaler Handwerksbetriebe und Sponsoren konnte das Museum umgestaltet und im Mai 1996 wieder eröffnet werden. Die Erarbeitung vieler Ausstellungsinhalte und die Betreuung des Museums übernahm Werner Dumann vom Historischen Verein.

    Die Inhalte der Ausstellung

    Der erste Raum des Blockhauses zeigte die Geschichte des Waldmuseums, Informationen zur geologischen Beschaffenheit und den klimatischen Besonderheiten der umliegenden Seen. Ausführungen zum Erholungswert der Ruppiner Schweiz und zur Jagd ergänzten diesen Ausstellungsbereich. Der zweite Raum war überwiegend der Darstellung der Tier- und Pflanzenwelt sowie dem Natur- und Landschaftsschutz vorbehalten. Zahlreiche Tierpräparate konnten in diesem Raum betrachtet werden.
    Vor dem Blockhaus stehen die vom Förster Zander gepflanzten Bäume. Unter anderem eine Scheinzypresse und eine amerikanische Coloradotanne. Außerdem gab es zwei Pflanzgärten mit typischen Kleinpflanzen des Waldes.

    Ab 1998 war das Amt für Forstwirtschaft Alt Ruppin für die Belange des Waldmuseums verantwortlich (bis 1999 gemeinsam mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Regionalverband Ruppin). Die Öffentlichkeitsarbeit wurde in dieser Zeit verstärkt. Waldführungen und Schulprojekttage unter dem Motto „Natur erleben – Natur begreifen“ gehörten zum Angebot des Waldmuseums.

    Unterwegs mit Förster Zander

    Eine neue inhaltliche Ausrichtung und Konzeption erfuhr das Waldmuseum in den Jahren 2010 und 2011. Entstanden sind die modernen Ausstellungsräume „Zanders Waldkabinett“ und „Erlebnisraum Naturspuren“ sowie ein Pavillon mit Schilfdach neben dem Museum. Die Konzeption und Gestaltung lag in der Hand des Ingenieurbüros „Natur und Bildung“ aus Dresden. Seit 2012 wird das Waldmuseum von der Oberförsterei Neuruppin des Landesbetriebes Forst Brandenburg betreut.

    Zanders Waldkabinett ist einem Försterbüro nachempfunden. Hier sind interessante Details aus Zanders Leben zu finden. Im Förstersekretär darf gestöbert, in der Hörecke gelauscht und der Tresor geknackt werden. Der Erlebnisraum Naturspuren führt durch die Lebensräume der Ruppiner Schweiz und regt zur Spurensuche an. Hier lässt sich bei einem Hörspiel der Aufregung von Zanders Tochter Waldtraut bei einer Nachtwanderung nachfühlen. Dabei kommt man verborgenen Tieren ganz nah.

    Der Walderlebnispfad

    In der Nähe des Waldmuseums Stendenitz wurde 1960/ 61 vom Naturschutzbeauftragten des Kreises Herbert Vollrath in Zusammenarbeit mit dem Revierförster Heinz Neumann ein Naturlehrpfad angelegt. Dieser zeigte die natürlichen Wechselbeziehungen verschiedener Lebensräume auf. Die Broschüre „Wegweiser durch das Waldmuseum und den Naturlehrpfad“ gab mit Angaben zu den Pfadmarkierungen die notwendige Orientierung während der Besichtigung. Anlässlich des Museumumbaus 1996 erfolgte eine Ergänzung des Lehrpfades und die Errichtung einiger Thementafeln.
    Im Frühjahr 2013 entstand durch das Ingenieurbüro „Natur und Bildung“ aus Dresden und der Oberförsterei Neuruppin ein Walderlebnispfad. Die Wegführung folgt größtenteils dem ursprünglichen Rundgang. An jeder Station gibt es einen fiktiven Dialog zwischen Förster Zander und seiner Tochter aus dem sich eine Aufgabe für den Waldbesucher ergibt.

    Die Landschaft am Waldmuseum

    Die typische Landschaft der Ruppiner Schweiz mit ihren Seen ist auf das Wirken der letzten Eiszeit zurückzuführen. In dieser Zeit bildete sich nördlich von Neuruppin eine Seenkette. Westlich vom Zermützel-, Tornow- und Kalksee entstand eine stark hügelige Landschaft, die einen vielfältigen Artenbestand aufweist. Kranich, Biber, See- und Fischadler finden hier einen Lebensraum.

    Von einer Sammlung zum Museum

    Das Waldmuseum Stendenitz wurde 1936 eröffnet. Gründer und Initiator war Hans Zander, der von 1929 bis 1944 Förster im Revier Rottstiel des Forstamtes Alt Ruppin war. Als aufmerksamer Beobachter im Wald, sammelte er viele interessante und kuriose Dinge der Natur. Als die umfangreichen Sammlungen sein Anwesen zu sprengen drohten, bekam er das Angebot zur Nutzung eines Holzhäuschens nahe der Waldschänke Stendenitz. An diesem Ort wurde mit finanzieller Unterstützung des Gastwirtes Grothe und anderer Sponsoren durch die Forstbehörde ein schilfgedecktes Blockhaus im russischen Stile errichtet und 1936 mit der Ausstellung „Dein Wald“ eingeweiht. Um alle Sammlungen präsentieren zu können, erfolgte ein Jahr später die Erweiterung des Gebäudes. Nach Versetzung Hans Zanders in eine andere Dienststelle ging die ursprüngliche Sammlung 1944 verloren.

    Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg

    Nach Kriegsende nutzte man das Blockhaus als Pferdestall, Flüchtlingsheim und Ferienlager. Anlässlich einer Neuruppiner Naturschutztagung im Jahre 1951 entstand die Idee, in dem  Gebäude des Waldmuseums wieder eine Ausstellung aufzubauen. Der damalige Revierförster Willi Berger übernahm diese Aufgabe. Rekonstruiert und mit naturkundlichen Gegenständen bestückt, erfolgte 1957 die Wiedereröffnung und Integration in das Heimatmuseum Neuruppin. Die Ausstellung wurde 1959, 1967 und 1983 überarbeitet und gab einen Überblick über die in der Ruppiner Schweiz vorhandenen Waldtypen mit der dazugehörenden Tier- und Pflanzenwelt. Weiterhin bekam man einen Einblick in die Forstwirtschaft, die Holznutzung, die Jagd und den Naturschutz. Die Themen wurden unter anderem mit Pflanzen- und Tierpräparaten, Jagdwaffen, Jagdgeräten, Fotos und grafischen Darstellungen veranschaulicht.

    Veränderungen nach 1995

    Der „Historische Verein der Grafschaft Ruppin e.V.“ entwickelte 1995 mit dem Heimatmuseum Neuruppin eine neue Ausstellung. Mit Unterstützung regionaler Handwerksbetriebe und Sponsoren konnte das Museum umgestaltet und im Mai 1996 wieder eröffnet werden. Die Erarbeitung vieler Ausstellungsinhalte und die Betreuung des Museums übernahm Werner Dumann vom Historischen Verein.

    Die Inhalte der Ausstellung

    Der erste Raum des Blockhauses zeigte die Geschichte des Waldmuseums, Informationen zur geologischen Beschaffenheit und den klimatischen Besonderheiten der umliegenden Seen. Ausführungen zum Erholungswert der Ruppiner Schweiz und zur Jagd ergänzten diesen Ausstellungsbereich. Der zweite Raum war überwiegend der Darstellung der Tier- und Pflanzenwelt sowie dem Natur- und Landschaftsschutz vorbehalten. Zahlreiche Tierpräparate konnten in diesem Raum betrachtet werden.
    Vor dem Blockhaus stehen die vom Förster Zander gepflanzten Bäume. Unter anderem eine Scheinzypresse und eine amerikanische Coloradotanne. Außerdem gab es zwei Pflanzgärten mit typischen Kleinpflanzen des Waldes.

    Ab 1998 war das Amt für Forstwirtschaft Alt Ruppin für die Belange des Waldmuseums verantwortlich (bis 1999 gemeinsam mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Regionalverband Ruppin). Die Öffentlichkeitsarbeit wurde in dieser Zeit verstärkt. Waldführungen und Schulprojekttage unter dem Motto „Natur erleben – Natur begreifen“ gehörten zum Angebot des Waldmuseums.

    Unterwegs mit Förster Zander

    Eine neue inhaltliche Ausrichtung und Konzeption erfuhr das Waldmuseum in den Jahren 2010 und 2011. Entstanden sind die modernen Ausstellungsräume „Zanders Waldkabinett“ und „Erlebnisraum Naturspuren“ sowie ein Pavillon mit Schilfdach neben dem Museum. Die Konzeption und Gestaltung lag in der Hand des Ingenieurbüros „Natur und Bildung“ aus Dresden. Seit 2012 wird das Waldmuseum von der Oberförsterei Neuruppin des Landesbetriebes Forst Brandenburg betreut.

    Zanders Waldkabinett ist einem Försterbüro nachempfunden. Hier sind interessante Details aus Zanders Leben zu finden. Im Förstersekretär darf gestöbert, in der Hörecke gelauscht und der Tresor geknackt werden. Der Erlebnisraum Naturspuren führt durch die Lebensräume der Ruppiner Schweiz und regt zur Spurensuche an. Hier lässt sich bei einem Hörspiel der Aufregung von Zanders Tochter Waldtraut bei einer Nachtwanderung nachfühlen. Dabei kommt man verborgenen Tieren ganz nah.

    Der Walderlebnispfad

    In der Nähe des Waldmuseums Stendenitz wurde 1960/ 61 vom Naturschutzbeauftragten des Kreises Herbert Vollrath in Zusammenarbeit mit dem Revierförster Heinz Neumann ein Naturlehrpfad angelegt. Dieser zeigte die natürlichen Wechselbeziehungen verschiedener Lebensräume auf. Die Broschüre „Wegweiser durch das Waldmuseum und den Naturlehrpfad“ gab mit Angaben zu den Pfadmarkierungen die notwendige Orientierung während der Besichtigung. Anlässlich des Museumumbaus 1996 erfolgte eine Ergänzung des Lehrpfades und die Errichtung einiger Thementafeln.
    Im Frühjahr 2013 entstand durch das Ingenieurbüro „Natur und Bildung“ aus Dresden und der Oberförsterei Neuruppin ein Walderlebnispfad. Die Wegführung folgt größtenteils dem ursprünglichen Rundgang. An jeder Station gibt es einen fiktiven Dialog zwischen Förster Zander und seiner Tochter aus dem sich eine Aufgabe für den Waldbesucher ergibt.

    Die Landschaft am Waldmuseum

    Die typische Landschaft der Ruppiner Schweiz mit ihren Seen ist auf das Wirken der letzten Eiszeit zurückzuführen. In dieser Zeit bildete sich nördlich von Neuruppin eine Seenkette. Westlich vom Zermützel-, Tornow- und Kalksee entstand eine stark hügelige Landschaft, die einen vielfältigen Artenbestand aufweist. Kranich, Biber, See- und Fischadler finden hier einen Lebensraum.

  • Revierförster Hans Zander

    Hans Zander

    Hans Otto Friedrich Zander wurde am 21.11.1887 in Stralsund geboren. Er ist der Gründer des Waldmuseums Stendenitz.

    Hans Zander besuchte das Realgymnasium und die Landwirtschaftliche Schule in Eldena bei Greifswald. Von 1904 bis 1906 schloss er seine praktische Forstlehre in der Oberförsterei Pruskau ab und besuchte die Forstlehrlingsschule Margonisdorf. Sein Forstexamen legte Zander 1919, nach einer 12 Jahre langen Militärzeit ab. Er wurde bei der Regierung in Merseburg und als Hilfsförster in Stralsund sowie Königs Wusterhausen angestellt.

    Hans Zander heiratete 1921 Maria Clörs. 3 Jahre später wurde Tochter Waldtraut geboren. 1924 nahm Zander die Revierförsterstelle Tschinka im Forstamt Schwenow an. Ab Dezember 1929 war er Revierförster in Rottstiel am Tornowsee. Als engagierter Förster und Jäger begann Zander damit, interessante Dinge aus der Natur zusammenzutragen. Er sammelte Baumschwämme, Hexenbesen, Fehlwuchs von Geweihen sowie viele andere sehenswerte Objekte. Als das umfangreiche Material seine Lagermöglichkeiten überstieg, wurde ein Blockhaus errichtet und 1936 mit der Ausstellung „Dein Wald“ eingeweiht. Die wichtigsten Baumarten der Region, pflanzte Zander im unmittelbaren Umfeld des Museums an.
    Sein persönliches Engagement  galt nicht nur dem Wald. So lies Zander die Quelle im Boltenwinkel für die damaligen Camper zur Trinkwassergewinnung einfassen. Diese dankten es ihm, und tauften die Quelle nach seiner Tochter: Waldtrautquelle. Heute erinnert eine Informationstafel an diese Zeit.

    1944 kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Hans Zander in das Forstamt Königs Wusterhausen versetzt. Der Grund dafür war eine Intrige seines damaligen Forstamtsleiters Georg von Buch. Dieser Versetzung ging eine jahrelange Auseinandersetzung zwischen beiden voraus. Das Treffen Zanders mit einem befreundeten jüdischen Rechtsanwalt in einem Berliner Cafe war dann der Auslöser für die Versetzung. Zanders ursprüngliche Sammlung ging in dieser Zeit verloren. 1946 kehrte er als Oberförster nach Neuruppin zurück und betreute den Bürgerwald der Stadt. Er unterstützte auch den Aufbau einer neuen Natursammlung für das Waldmuseum. 1951/52 arbeitete Zander krankheitsbedingt als Revierförster in Neustadt/Dosse. Am 12. Mai 1952 verstarb er in Neuruppin.

    Das von Zander begründete Waldmuseum Stendenitz wurde 1957 nach Rekonstruktion des Blockhauses mit der Ausstellung „Der Wald als Lebensgemeinschaft“ wieder eröffnet. Nach mehreren inhaltlichen Veränderungen ist es auch noch heute ein beliebtes Ausflugsziel in der Ruppiner Schweiz. Hans Zander hat vielfältige, forstliche Spuren im Wald hinterlassen. Ihm zu Ehren wurde die einzige waldfreie Aussicht auf den Tornowsee "Zanderblick" genannt.

    Hans Zander

    Hans Otto Friedrich Zander wurde am 21.11.1887 in Stralsund geboren. Er ist der Gründer des Waldmuseums Stendenitz.

    Hans Zander besuchte das Realgymnasium und die Landwirtschaftliche Schule in Eldena bei Greifswald. Von 1904 bis 1906 schloss er seine praktische Forstlehre in der Oberförsterei Pruskau ab und besuchte die Forstlehrlingsschule Margonisdorf. Sein Forstexamen legte Zander 1919, nach einer 12 Jahre langen Militärzeit ab. Er wurde bei der Regierung in Merseburg und als Hilfsförster in Stralsund sowie Königs Wusterhausen angestellt.

    Hans Zander heiratete 1921 Maria Clörs. 3 Jahre später wurde Tochter Waldtraut geboren. 1924 nahm Zander die Revierförsterstelle Tschinka im Forstamt Schwenow an. Ab Dezember 1929 war er Revierförster in Rottstiel am Tornowsee. Als engagierter Förster und Jäger begann Zander damit, interessante Dinge aus der Natur zusammenzutragen. Er sammelte Baumschwämme, Hexenbesen, Fehlwuchs von Geweihen sowie viele andere sehenswerte Objekte. Als das umfangreiche Material seine Lagermöglichkeiten überstieg, wurde ein Blockhaus errichtet und 1936 mit der Ausstellung „Dein Wald“ eingeweiht. Die wichtigsten Baumarten der Region, pflanzte Zander im unmittelbaren Umfeld des Museums an.
    Sein persönliches Engagement  galt nicht nur dem Wald. So lies Zander die Quelle im Boltenwinkel für die damaligen Camper zur Trinkwassergewinnung einfassen. Diese dankten es ihm, und tauften die Quelle nach seiner Tochter: Waldtrautquelle. Heute erinnert eine Informationstafel an diese Zeit.

    1944 kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Hans Zander in das Forstamt Königs Wusterhausen versetzt. Der Grund dafür war eine Intrige seines damaligen Forstamtsleiters Georg von Buch. Dieser Versetzung ging eine jahrelange Auseinandersetzung zwischen beiden voraus. Das Treffen Zanders mit einem befreundeten jüdischen Rechtsanwalt in einem Berliner Cafe war dann der Auslöser für die Versetzung. Zanders ursprüngliche Sammlung ging in dieser Zeit verloren. 1946 kehrte er als Oberförster nach Neuruppin zurück und betreute den Bürgerwald der Stadt. Er unterstützte auch den Aufbau einer neuen Natursammlung für das Waldmuseum. 1951/52 arbeitete Zander krankheitsbedingt als Revierförster in Neustadt/Dosse. Am 12. Mai 1952 verstarb er in Neuruppin.

    Das von Zander begründete Waldmuseum Stendenitz wurde 1957 nach Rekonstruktion des Blockhauses mit der Ausstellung „Der Wald als Lebensgemeinschaft“ wieder eröffnet. Nach mehreren inhaltlichen Veränderungen ist es auch noch heute ein beliebtes Ausflugsziel in der Ruppiner Schweiz. Hans Zander hat vielfältige, forstliche Spuren im Wald hinterlassen. Ihm zu Ehren wurde die einzige waldfreie Aussicht auf den Tornowsee "Zanderblick" genannt.

  • Anfahrt

    Mit dem Auto fahren Sie von Neuruppin bzw. Flecken Zechlin auf der L 16 bis zum Abzweig Stendenitz. Ab hier der Beschilderung zum Waldmuseum, Campingplatz oder Waldschenke Stendenitz folgen. Mit dem Fahrrad ist der Radweg durch den Wald empfehlenswert. Er führt von Neuruppin über Alt Ruppin Richtung Molchow von der Schleuse Neumühle direkt nach Stendenitz. Per Schiff können Sie von Neuruppin über Stendenitz bis Boltenmühle reisen. Eine Anreise mit Linienbus ist nicht möglich.

    Mit dem Auto fahren Sie von Neuruppin bzw. Flecken Zechlin auf der L 16 bis zum Abzweig Stendenitz. Ab hier der Beschilderung zum Waldmuseum, Campingplatz oder Waldschenke Stendenitz folgen. Mit dem Fahrrad ist der Radweg durch den Wald empfehlenswert. Er führt von Neuruppin über Alt Ruppin Richtung Molchow von der Schleuse Neumühle direkt nach Stendenitz. Per Schiff können Sie von Neuruppin über Stendenitz bis Boltenmühle reisen. Eine Anreise mit Linienbus ist nicht möglich.

  • Einblicke

Kontakt

Waldmuseum Stendenitz
16827 Neuruppin
OT Stendenitz
Telefon: 03391 771128
(zu den Öffnungszeiten)
oder 03391 403780
E-Mail