Modernisierung des Systems der Waldbrandfrüherkennung und Zentralisierung der Waldbrandzentralen an zwei Standorten im Land Brandenburg

Die Landesregierung hat bereits 2017 den Beschluss gefasst, das flächendeckende System der Waldbrandfrüherkennung zu modernisieren und dem Stand der Technik anzupassen. Da das Land Brandenburg in seiner gesamten Fläche als Gebiet mit hohem Waldbrandrisiko eingestuft wurde, besteht die Möglichkeit der Förderung durch die Europäische Union (EU). Die EU fördert gemäß Artikel 24 der VO 1305/2013 die Einrichtung und die Verbesserung von Anlagen zur Überwachung des Auftretens von Waldbränden.

Der technische Fortschritt in der sensorischen Erfassung von Rauchwolken, der Weiterentwicklung der Software zur Erkennung und der stetigen Verbesserung des sicheren und schnelleren Datentransfers bieten dem Land Brandenburg die Möglichkeit, dass seit fast 20 Jahren bestehende System der Waldbrandfrüherkennung landesweit zu modernisieren. Über die Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländliches Raumes (ELER) ist es in den Jahren 2019 bis 2021 möglich, sich den gestiegenen Anforderungen aus dem Klimawandel zu stellen. Mit den steigenden Temperaturen drohen Brandenburg auch in Zukunft vermehrt Waldbrände. Hierfür gilt es, sich besser aufzustellen. Maßgeblich für eine effektive Waldbrandbekämpfung ist, dass die Waldbrände bereits zu einem möglichst frühen Zeitpunkt erkannt, lokalisiert und an die Leitstellen der Feuerwehr und des Rettungsdienstes gemeldet werden.

Über die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) wurden dem Landesbetrieb Forst Brandenburg 4,2 Mio. EUR zur Finanzierung des Vorhabens bewilligt.

Der technische Fortschritt ermöglicht auch die Reduzierung der Anzahl der Waldbrandzentralen. Mit der Modernisierung erfolgt zugleich eine organisatorische Neugliederung in der Waldbrandüberwachung. Künftig werden die eingehenden Sensordaten in zwei zentralen im Land Brandenburg ausgewertet. An den Standorten der Verwaltungszentren in Eberswalde (BAR) und in Wünsdorf (TF) erfolgt die Auswertung der Daten. Der Sachverstand und die Erfahrung von geschultem Forstpersonal ist weiterhin erforderlich. Bereits 2020 wird die Waldbrandzentrale Süd in Wünsdorf den Betrieb aufnehmen. In der Zentrale Nord (Eberswalde) dauern die Baumaßnahmen noch an. Hier wird im Frühjahr 2021 der Betrieb aufgenommen.

Brandenburg wird auch mit den Nachbarbundesländern, die ebenfalls in den waldbrandgefährdeten Regionen über das Waldbrandfrüherkennungssystem Fire Watch verfügen, enger kooperieren. Die gegenseitige Mitnutzung der Sensordaten beim Blick über die Landesgrenzen werden das Früherkennungssystem weiter ausbauen und komplettieren. Darüber hinaus werden die Informationswege zu den Leitstellen der Feuerwehr durch eine verbesserte Digitalübertragung verkürzt. Bei der Brandbekämpfung kommt es auf „jede Minute an“.

Die Modernisierung der Waldbrandfrüherkennung im Land Brandenburg wird im Rahmen des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum in Brandenburg und Berlin finanziert. Die Finanzierung dieses Vorhabens setzt sich aus ELER- und Landesmitteln zusammen.